BAGGERSEE-Projektumsetzung: Thomas Klefoth ein Praktiker mit Hang zur Wissenschaft

Baggersee

Insgesamt 800 Totholzbündel hat Dr. Thomas Klefoth im Zuge der Umsetzungsmaßnahmen in acht Projektseen zusammen mit den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern der beteiligten Angelvereine eingebracht. Zusätzlich hat er in vier der Seen große Flachwasserzonen ausheben lassen. Der 39-Jährige ist seit Januar 2012 beim Anglerverband Niedersachsen e.V. angestellt und ist bei BAGGERSEE für die Koordination und Umsetzung der Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur verantwortlich.

 

Schon von Kindesbeinen an waren Fische, Wasser und vor allen Dingen das Angeln eine Herzensangelegenheit für Thomas Klefoth. „Im Wald in der Nähe meines Elternhauses gibt es einen kleinen Bach mit Forellen, Barschen und Weißfischen. Als Kinder haben wir dort jeden Tag gespielt und ich habe von Anfang an versucht, einige der Fische zu fangen.“ erinnert er sich. Diese Leidenschaft teilten seine jüngere Schwester und der ältere Bruder allerdings nicht. Lediglich sein Vater besitzt einen Fischereischein, den er letztlich jedoch in erster Linie deshalb ablegte, weil sein Sohn so angelverrückt war …


Ein Angler mit Leib und Seele

Von daher verwundert es auch nicht, dass Thomas Klefoth schon recht früh wusste, welchen beruflichen Weg er einmal einschlagen würde. Er ignorierte sämtliche Mahner, die ihm wieder und wieder erklärten, dass Angeln doch kein Beruf sei. Bereits als Teenager las er in einer Angelzeitung einen Bericht über den Studiengang „Fishery Science and Aquaculture“ der Berliner Humboldt-Universität. Seitdem stand für ihn fest, dass er genau das machen will. Er ahnte natürlich noch nicht, dass Prof. Dr. Robert Arlinghaus, der damals das Fach studierte und in dem  besagten Zeitungsartikel von seinem Studiengang berichtete, später sein Doktorvater wird und dass die beiden Jahre später zusammen BAGGERSEE aus der Taufe heben. 

Baggerseen als bevorzugte Angelgewässer

Im Prinzip ist BAGGERSEE das Resultat langjähriger Vorprojekte wie BESATZFISCH, die bereits von Robert Arlinghaus in vielen niedersächsischen Baggerseen durchgeführt wurden und bei denen Thomas Klefoth zum Teil ebenfalls involviert war. Doch der Biologe hat auch einen starken persönlichen Bezug zu künstlichen Gewässern wie Baggerseen: Bis zum Abitur hat er im Landkreis Osnabrück nahezu täglich an einem Baggersee geangelt und heute wohnt er direkt an einem solchen Gewässer.

Praxis und Wissenschaft in einer Hand

Seine Stelle beim Anglerverband Niedersachsen e.V., insbesondere das BAGGERSEE-Projekt, sind für Thomas Klefoth geradezu optimal: Die praktische Arbeit als Fischereibiologe war seit Beginn des Studiums sein späteres Berufsziel, die Leidenschaft für die Wissenschaft entfachte sich erst während des Studiums.  „Heute kann ich die anglerische Praxis und die Wissenschaft mit einander verknüpfen. Für mich persönlich ist das eine nahezu perfekte Konstellation“, berichtet er begeistert. Dass er definitiv auch das Zeug zum erfolgreichen Wissenschaftler hat, beweist die Auszeichnung seiner in 2017 abgelegten hervorragenden Promotion mit dem Albrecht-Daniel-Thaer-Förderpreis. Den Preis wird der Förderverein für Agrar- und Gartenbauwissenschaften an der Humbold-Universität zu Berlin am 4. Juli 2018 im Rahmen des diesjährigen Sommerfestes der Fakultät offiziell verleihen.

Projekte wie BAGGERSEE erfordern viel Engagement

Während der Projektumsetzung, konnte der Biologe zudem die positive Erfahrung machen, dass seine Leidenschaft auch viele andere teilen. Schließlich haben letztendlich hunderte Angler in um die 1.500 Ehrenamtsstunden das Projekt erst möglich gemacht. „Das enorme Engagement der Vereine und der einzelnen Angler hat mich echt beeindruckt“, so Klefoth. „Nicht wenige haben sich extra Urlaub genommen, um bei der Maßnahmenplanung und Umsetzung mit dabei zu sein. Es wurden so viele Ideen eingebracht und große logistische Leistungen vollbracht, das war unglaublich.“ Ohne die Vereine und all die ehrenamtlichen Helfer, wäre das Projekt gescheitert. Davon ist Klefoth felsenfest überzeugt. Das ist zum Glück nicht eingetreten. Im Gegenteil: Alles hat letztlich geklappt wie geplant, sogar der vorher von ihm angesetzte Kostenrahmen konnte erfreulicherweise eingehalten werden. Jetzt heißt es allerdings geduldig abwarten, ob sich die Baggerseen auch nach Plan entwickeln. Denn als Biologe weiß Klefoth eines ganz genau: Die Natur macht nicht immer dass, was der Mensch will. 


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