Thomas Klefoth hat den Hut auf!

Baggersee

Am 17. März 2017 verteidigte Thomas Klefoth, Fischereibiologie beim Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN), seine Doktorarbeit an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Robert Arlinghaus – Koordinator des Baggersee Verbundprojekts - vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der HU in Berlin (IGB). In der Dissertation von Thomas Klefoth ging es um anglerische Selektionsmechanismen am Beispiel von vier Süßwasserfischarten.

„Der Vortrag war nicht sehr gut. Es war exzellent“, sagte Doktorvater Robert Arlinghaus am Ende des Vortrages. Die Prüfungskommission, bestehend aus Prof. Dr. Wolfgang Bokelmann, Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Prof. Dr. Thrond O. Haugen, Dr. Uwe Brämick, Dr. Malte Dorow, Dr. Thomas Meinelt und Dr. Christian Wolter vergab die Bestnote: "summa cum laude"!

Als Hauptergebnis stellte Thomas Klefoth fest, dass individuell unterschiedliche Verhaltensweisen, wie die Risikofreude bei Friedfischen und die Aggressivität bei Raubfischen, über den Fang eines Fisches mit der Angel entscheiden. Da die fangbestimmenden Eigenschaften teilweise genetisch weitervererbt werden, kann sich bei einer hohen Entnahme mit der Zeit ein sogenanntes Schüchternheitssyndrom ausprägen. Dieses entsteht auch, wenn Fische mit der Zeit lernen, sich den Nachstellungen der Angler zu entziehen. Anglern ist dieses Phänomen als „Überblinkern“ bekannt. Dadurch werden die Fischbestände im Durchschnitt schlechter fangbar – in die Röhre gucken am Ende Angler und Fischer.

Durch den Schutz besonders risikofreudiger, aggressiver und gleichzeitig schnellwüchsiger Fische können die negativen Effekte des Schüchternheitssyndroms möglicherweise abgeschwächt werden. Das geht am besten durch die Reduktion der Entnahme.

Die gesamte Doktorarbeit sowie alle weiteren Publikationen aus der Arbeitsgruppe können hier heruntergeladen werden.


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