Happy Birthday BAGGERSEE - Ein Jahr Projektarbeit

Baggersee

BAGGERSEE feiert seinen ersten Geburtstag! Das Projekt-Team um Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen hat im gerade abgelaufenen ersten Projekt-Jahr einiges angeschoben:

So haben wir in allen Gewässern umfangreiche Befischungen vorgenommen, um den aktuellen Bestand zu erfassen. Dabei konnten wir beispielsweise in nicht fischereilich genutzten jungen Baggerseen atypische, unnatürliche Fischartengemeinschaften nachweisen – ganz im Gegensatz zu den fischereilich gehegten Seen. Zudem haben wir an den 16 bewirtschafteten Projektseen insgesamt 343 Angelstellen registriert und festgehalten. Schließlich wollen wir mit unseren geplanten Umsetzungsmaßnahmen nicht das Angelverhalten beeinträchtigen, zumal das Projekt durch eine gute fachliche Praxis in der Hege die Ökosystemdienstleistungen - wie zum Beispiel das Angeln - und die aquatische Biodiversität von Baggerseen steigern soll.

Erforschung der Artenvielfalt

Biodiversität und Artenvielfalt betrifft natürlich nicht nur die Fische. Wir haben auch die weitere Flora und Fauna vor Ort untersucht und dabei unter anderem auch eine bislang unentdeckte Biberburg gefunden und viele Pflanzen, Amphibien, und Insekten in unsere Datensammlung aufgenommen, die wir derzeit sorgfältig auswerten.

Neben der Bestandsaufnahme von dem was am, im und um dem See lebt oder wächst, haben wir auch die Planungen unserer Projektmaßnahmen vorangetrieben. So konnten wir einige Genehmigungsverfahren bei den Behörden anstoßen und sind aktiv in die Planung zu Besatz und den Markierungsoptionen der Fische gegangen. Wir wollen lebensraumverbessernde Maßnahmen mit dem traditionellen Fischbesatz vergleichen, deshalb arbeiten wir an einigen Testgewässern auch mit Fischbesatz.

Zusammenarbeit mit Angelvereinen angelaufen

In den letzten Wochen waren wir bei den beteiligten Angelvereinen zu Gast. In insgesamt acht Workshops haben wir das Projekt und die bislang vorliegenden Forschungsergebnisse vorgestellt und gemeinsam die Maßnahmenplanung vorangetrieben und dabei Termine für eine erneute gemeinsame Geländebesichtigung vereinbart. In Zusammenarbeit mit den Angelvereinen und den örtlichen Naturschutzbehörden legen wir in den nächsten Wochen fest, wo wir Erde abtragen und wieder eintragen dürfen, um neue Flachwasserzonen zu schaffen. Außerdem müssen wir gemeinsam klären, welche Holzressourcen an den Seeufern für die Totholzeinbringung geeignet sind und in wieweit  wir Fremdholz organisieren müssen.

Wir haben einiges bewegt in unserem ersten Jahr im Projekt, das eine lange Vorlaufszeit hatte, bevor der Startschuss am 01.06.2016 fiel. Das waren allerdings überwiegend Aktivitäten auf dem Papier. Doch jetzt stecken wir seit einem Jahr endlich mitten drin in der Umsetzung!

BAGGERSEE wird mit einer Summe von 1,9 Millionen Euro gemeinsam gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Das BMBF fördert dieses Projekt als Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA); www.fona.de (Förderkennzeichen 3514685C20).


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