Erster Totholzeintrag in den Collrunger See durchgeführt

Baggersee

Am 02. Dezember 2017 fiel der Startschuss für die BAGGERSEE-Umsetzungsmaßnahmen zur Uferaufwertung der Projektseen. Unter Anleitung des Biologen Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) führte der Emdener Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. (BVO) am Collrunger See den ersten Totholzeintrag durch. Dies soll die Gesamtartenvielfalt fördern und zugleich die fischereiliche Nutzung des Gewässers verbessern. Collrunge bildete den Auftakt im ersten Umsetzungsreigen des Projekts, der bis Mitte Februar 2018 dauern wird.

Auf 20 Prozent der gesamten Uferlinie versenkte Klefoth gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern aus allen Ortsgruppen des BVO bei Nebel und eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt insgesamt 62 Bündel Totholz in ein bis drei Metern Wassertiefe in den See. Die Bündel aus Baumkronenästen – hauptsächlich Buche – wurden bereits am Vortag angeliefert und brachten jeweils ein Gewicht von etwa 300 Kilogramm auf die Waage. Eine nasse und kräftezehrende Arbeit für alle Beteiligten, die sehr dankbar dafür waren, dass der ortsansässige Schützenverein das am See gelegene Vereinsheim zum Aufwärmen zur Verfügung gestellt hatte.

Durch die versenkten Bündel werden Kleinstrukturen geschaffen, die das Aufkommen von Fischen, Amphibien, Libellen und weiterer Wirbelloser fördern sollen. Auch andere Artengruppen wie Vögel sollen Schutz und Nahrung finden und dadurch gefördert werden. „Wir kurbeln die Nahrungskette von Grund auf an“, erklärte Klefoth das Vorgehen vor Ort. Versenkt wurden die Holzbündel mit Hilfe von mit Kies gefüllten Jutesäcken, die sich innerhalb von zwei Jahren vollständig zersetzen werden. Hergestellt wurden die Holzbündel in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten. Eigens für dieses Projekt wurde eine alte, eigentlich schon ausgediente Holzbündelmaschine reaktiviert.

Der "Ist-Zustand" des Gewässers sowie der Umgebung wurde bereits in den vergangenen Monaten vom BAGGERSEE-Feldteam erhoben und dokumentiert. Die Auswertungen dazu sind noch nicht ganz abgeschlossen. "Wir wollen auch den Einfluss der Maßnahme auf die Insekten- und Vogelwelt und nicht zuletzt auf den Erholungswert für den Menschen dokumentieren", so der AVN-Biologe.

Bis der Nachweis erbracht ist, muss jedoch noch viel weitere Umsetzungs- und Forschungsarbeit geleistet werden: Allein bis Mitte Februar 2018 wird in sieben weiteren Baggerseen in Niedersachsen auf dieselbe Weise Totholz eingebracht. In vier Seen wird zusätzlich eine große Flachwasserzone ausgehoben und in nochmals vier Seen Fischbesatz eingebracht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können so die Effekte der verschiedenen Maßnahmen vergleichen und das bestmögliche Verfahren zur Strukturaufwertung von Baggerseen ermitteln. 


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