BAGGERSEE 2017: Viel Forschungsarbeit und erste Projektumsetzungen mit den Angelvereinen

Baggersee

BAGGERSEE steckt nicht mehr in den Kinderschuhen, anderthalb Jahre nach dem Projektstart haben die Forschungsarbeiten und die Maßnahmenumsetzungen richtig Fahrt aufgenommen!

So haben wir in allen Gewässern umfangreiche Befischungen vorgenommen, um den aktuellen Fischbestand zu erfassen. Um jahreszeitlich bedingte Schwankungen zu erfassen, sind wir im Frühjahr sowie im September und Oktober auf Befischungstour gewesen und haben zudem eine spezielle Jungfischbeprobung im Sommer durchgeführt Dabei konnten wir in nicht fischereilich genutzten jungen Baggerseen atypische, unnatürliche, artenarme Fischartengemeinschaften nachweisen – ganz im Gegensatz zu den fischereilich gehegten Seen. 

Nicht nur im Wasser, auch zu Lande ist das Feldteam für die BAGGERSEE-Forschung unterwegs. Wir haben auch die weitere Flora und Fauna vor Ort untersucht und dabei unter anderem eine bislang unentdeckte Biberburg gefunden und viele Pflanzen, Amphibien, Vögel, Insekten und wirbellose Wasserorganismen in unsere Datensammlung aufgenommen, die wir derzeit sorgfältig auswerten. 

Workshops und Projektumsetzungen mit den Angelvereinen

Im Mai waren wir bei den mit Maßnahmengewässern beteiligten Angelvereinen zu Gast. In insgesamt acht Workshops haben wir das Projekt und die bislang vorliegenden Forschungsergebnisse vorgestellt und gemeinsam die Maßnahmenplanung vorangetrieben. In Zusammenarbeit mit den Angelvereinen und den örtlichen Naturschutzbehörden wurde zum Teil im mehrere Wochen andauernden Austausch festgelegt, wo wir Erde abtragen und wieder eintragen dürfen, um neue Flachwasserzonen zu schaffen oder welche Holzressourcen an den Seeufern für die Totholzeinbringung geeignet sind und in wieweit Fremdholz notwendig ist.

Am 02. Dezember war es endlich soweit: Am Collrunger See fiel der Startschuss für die BAGGERSEE-Umsetzungsmaßnahmen zur Uferaufwertung der Projektseen. Unter Anleitung des Biologen Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) führte der Emdener Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. (BVO) am vereinseigenen See den ersten Totholzeintrag durch. Zwei Wochen später folgte der Saalsdorfer See des Sportfischer Vereins Helmstedt und Umgebung e.V. (SFV).

Auf jeweils 20 Prozent der gesamten Uferlinie versenkte Klefoth gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern der Vereine insgesamt 158 Bündel Totholz in ein bis drei Metern Wassertiefe in die Seen. Die Bündel aus Baumkronenästen – hauptsächlich Buche – wurden bei beiden Aktionen bereits am Vortag angeliefert und brachten jeweils ein Gewicht von etwa 300 Kilogramm auf die Waage. Zudem wurden auch an einigen Stellen am Ufer geeignete Bäume gefällt und auf diese Weise Totholz in den See eingetragen. Eine nasse und kräftezehrende Arbeit für alle Beteiligten. Versenkt wurden die in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten hergestellten Holzbündel mit Hilfe kiesgefüllter Jutesäcken, die sich innerhalb von zwei Jahren vollständig zersetzen werden. Bis Mitte Februar 2018 wird in sechs weiteren Baggerseen in Niedersachsen auf dieselbe Weise Totholz eingebracht. In vier Seen wird zusätzlich eine große Flachwasserzone ausgehoben und in nochmals vier Seen Fischbesatz eingebracht. Wir können so die Effekte der verschiedenen Maßnahmen vergleichen und das bestmögliche Verfahren zur Strukturaufwertung von Baggerseen ermitteln.


 

 


Veröffentlicht: