Arbeitspakete

BAGGERSEE bearbeitet seine Ziele und Fragestellungen in fünf Arbeitspaketen, die ihren Schwerpunkt teils in der Forschung und teils in der Umsetzung haben. Alle Teilbereiche sind eng miteinander verzahnt.

 

Arbeitspaket 1

Erfassung der Biodiversität in Baggerseen

Leitung: Dr. Christian Wolter

In vergleichenden Freilandarbeiten wird die Biodiversität, vor allem die Fischbiodiversität, in 31 kleinen, überwiegend künstlichen Standgewässern erhoben und vergleichend statistisch analysiert.

Ziele

1) Die aquatische und semi-aquatische Biodiversität in kleinen (<50 ha) Abgrabungsgewässern in Norddeutschland erfassen.

2) Zusammenhänge zwischen der Biodiversität und abiotischen und biotischen Gewässermerkmalen herstellen.

3) Schwellenwerte signifikanter Beeinträchtigungen der Biodiversität identifizieren.

4) Das ökologische Potential und das biologische Leitbild von Abgrabungsseen entwickeln.

5) Ökologisch wirksame Revitalisierungsmaßnahmen ableiten.

Arbeitspaket 2

Umsetzung von Uferentwicklungsmaßnahmen an Baggerseen

Leitung: Thomas Klefoth

Basierend auf der Biodiversitätserfassung in Arbeitspaket 1 wird für 31 Gewässer ein Managementplan zur Strukturentwicklung und zur zukünftigen Bewirtschaftung erstellt. In 12 Gewässern finden ab Herbst 2017 konkrete Uferaufwertungsmaßnahmen sowie experimenteller Fischbesatz statt.

Ziele

1) Entwicklung und Umsetzung von Managementplänen für anglerisch gehegte niedersächsische Baggerseen nach den Kriterien guter fachlicher Praxis.

2) Umsetzung eines auf die Uferhabitatrevitalisierung ausgerichteten Modellvorhabens Ökosystem-orientierter angelfischereilicher Gewässerbewirtschaftung in acht besonders strukturarmen Baggerseen im Vergleich zu traditionellem Besatz in weiteren vier Gewässern.

3) Unterstützung von Angelvereinen in einer auf die gute fachliche Praxis ausgerichteten Bewirtschaftung ihrer Gewässer, um Verbesserungen der Biodiversität und eine Steigerung der von Baggerseen generierten Ökosystemdienste in Einklang zu bringen.

Arbeitspaket 3

Biologische Erfolgskontrolle von Uferaufwertungsmaßnahmen in Baggerseen

Leitung: Prof. Dr. Robert Arlinghaus

Das Arbeitspaket misst den Erfolg der in Arbeitspaket 2 durchgeführten Strukturschaffungen.

Ziele

1) Die Effekte der Uferstrukturschaffung auf die Entwicklung der Biodiversität im Litoral von Baggerseen zu untersuchen.

2) Schwellenwerte der Uferstrukturschaffung in Bezug auf die Biodiversitätsantwort zu identifizieren.

3) Den potenziell interaktiven Effekt submerser Makrophyten und von Totholz in flachen Uferzonen auf die Biodiversität aufzuklären.

4) Die Rolle von partiellen Schutzzonen sowie von Fischbesatz im Vergleich zum litoralen Strukturmanagement in Baggerseen zu verstehen.

Arbeitspaket 4:

Bewertung der Biodiversität und Ökosystemdienste von Baggerseen

Leitung: Dr. Jürgen Meyerhoff

Das Arbeitspaket quantifiziert den ökonomischen Wert aus dem Erhalt und der Verbesserung der von der Biodiversität abhängigen Ökosystemdienste in Baggerseen.

Ziele

1) Die ökonomische Bewertung von Ökosystemdiensten von Baggerseen in Zusammenhang mit ihrer Biodiversität.

2) Die Durchführung von Kosten-Nutzen Analysen zu Uferaufwertungsmaßnahmen in der anglerischen Hegepraxis.

Arbeitspaket 5: Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit

Leitung: Eva-Maria Cyrus (bis 31.12.2016)

             Dominika Czastkova (ab 01.02.2017)

Das Arbeitspaket verzahnt alle Arbeitspakete, greift deren jeweilige Projektergebnisse auf und vermittelt sie über verschiedene Kanäle und Medien in der Zielregion und darüber hinaus

Ziele

1) Eine überregionale Bewusstseinsschärfung zu den von Baggerseen generierten Ökosystemdienstleistungen, ihrer Gefährdung und ihren Potentialen für den Artenschutz.

2) Akzeptanzschaffung unter Gewässernutzern und Bewirtschaftern für eine auf die Aufwertung der Habitatstrukturen ausgerichtete Hegepraxis.

3) Den Kompetenzaufbau unter Angelvereinen zur Ökosystem-orientierten Gewässerbewirtschaftung mitgestalten.

4) Die Vernetzung aller am Baggerseemanagement interessierten Akteursgruppen voranbringen, um Schutz und Nutzung in Einklang zu bringen und möglichen Zielkonflikten konstruktiv zu begegnen.