Besser kleine Haken?

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Manches ist nur schwer zu begreifen. Ein Beispiel: Studien zur Fängigkeit von Fanggeräten sind Standard in denWissenschaftszweigen, die sich mit der Berufsfischerei beschäftigen. So wird intensiv daran geforscht, Schleppnetze und andere Fangeräte effizient zu halten und gleichzeitig unerwünschte Beifänge zu reduzieren. Ganze Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit solchen und ähnlichen Fragen. Das Ziel sind glückliche Fischer und geringe ökologische Schäden. Wenn man aber als Fischereiwissenschaftler auf die Idee kommt, ein Forschungsprojekt aufzusetzen, um die Effektivität des Angelns zu steigern, erntet man Kopfschütteln. Finanzielle Förderung dieser Art von Angelprojekten kann man sich gänzlich abschminken. Und daher gibt es sogut wie keine abgesicherten Studien, die folgenden Fragen nachgehen: a) wie kann man die Fangraten beim Angeln verbessern, b) wie kann man sicher größere Fische fangen und c) wie kann man die Verletzungsrate minimieren? Und dabei sind es gerade diese Dinge, die Millionen Angler interessieren. Was liegt also näher, zwei Ausnahmestudien, die fast schon zufällig entstanden sind, zu diesem Themengebiet vorzustellen? Beide handeln von der Fängigkeit kleiner Haken – einmal geht es um Karpfen und das andere Mal um das Kunstköderangeln auf Hechte.

Arlinghaus, R. (2018). Besser kleine Haken? Rute & Rolle, 8/2018, 46-49


Veröffentlicht: 2018
Erschienen in: Rute & Rolle, 8/2018, 46-49