Fischbesatz: 10 Regeln, auf die man beim Fischbesatz achten sollte

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Die Idee hinter Fischbesatz ist ein fach und nachvollziehbar: künstlich abgestreifte oder auf natürlichem Wegeabgegebene Eier werden in einer geschützten Umwelt bei hohen Überlebensraten zum Brütling oder Jungfisch aufgezogen. Anschließend werden die Tiere in Angelgewässer ausgesetzt, um die Bestände zu stützen und die Fänge zu erhöhen. Natürlich werden auch Wildfische oder in Teichen natürlich abgelaichte Satzfische beim Fischbesatz verwendet. Fischbesatz kann in der Tat fischereilich gesehen von Erfolg gekrönt sein, und manchmal ist er auch alternativlos, wie bei der Wiedereinbürgerung ausgestorbener Arten oder zum Erhalt einer sich nicht natürlich im Gewässer vermehrenden Art wie z. B. Karpfen, Aale oder Regenbogenforellen in Baggerseen. Wenn man aber genau hinschaut, misslingt Fischbesatz mindestens genauso häufig, insbesondere dann, wenn zu kleine oder schlecht angepasste Satzfische in Bestände ausgesetzt werden, die sich noch natürlich vermehren. Nachfolgend werden zehn Regeln präsentiert, wie Fischbesatz misslingen kann oder inakzeptable ökologische Risiken mit sich bringt. Im Umkehrschluss kann die bewusst plakativ formulierte Zehnerregel dazu dienen, gute von schlechten Besatzmaßnahmen zu unterscheiden, um sowohl die natürlichen Fischbestände zu erhalten, als auch das Angeln zu verbessern. In zukünftigen Artikeln werden wir konkrete Experimente präsentieren, die die hier dokumentierte Zehnerregel empirisch unterfüttern.

Arlinghaus, R., Rapp, T. (2017). Fischbesatz: 10 Regeln, auf die man beim Fischbesatz achten sollte. Fischer & Angler 1/2017, 25-28


Veröffentlicht: 2017
Erschienen in: Fischer & Angler 1/2017, 25-28