Wege zur nachhaltigen Angelei

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Nachhaltige Gewässer- und Fischbestandsnutzung verlangteine pragmatische, auf Gerechtigkeit und Ausgleich ausgerichtete Bewirtschaftung. Das kann nur gelingen, wenn man es schafft, optimale Anreize für die Harmonisierung von Fischereinutzung und Gewässerschutz zu schaffen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang das Ziel einiger Naturschützer, durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten Angelverbote zu erwirken. Besorgniserregend ist hierbei die Einseitigkeit ohne wissenschaftliche Begründung: Während das Angeln in Naturschutzgebieten eingeschränkt werden soll, sollen andere Gewässernutzungen wie Baden, Spazieren gehen mit oder ohne Hund, Schifffahrt oder kommerzielle Fischerei weiterhin in den gleichen Gebieten erlaubt bleiben. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn in gut begründeten Komplettreservaten die gesamte menschlichen Einflussnahme auf Natur und Umwelt reduziert wird, um den Gewässern eine Verschnaufpause zu ermöglichen. Hingegen ist es aus meiner Sicht inakzeptabel, wenn einseitig eine Nutzergruppe– also in diesem Fall die Angler– mit schwachen Verweisen auf ihre „Störungswirkungen“ für die biologische Artenvielfalt verboten oder eingeschränkt werden soll.

Arlinghaus, R. (2017). Wege zur nachhaltigen Angelei. Rute & Rolle, 8/2017, 46-49


Veröffentlicht: 2017
Erschienen in: Rute & Rolle, 8/2017, 46-49