Die ersten Workshops im Baggerseeprojekt finden im Mai statt

Baggersee, Veranstaltungen

Im Frühjahr erwacht das Leben über und unter Wasser. So geht es auch unserem BAGGERSEE Team, das im Mai 2017 seine ersten Workshops startet.

Die ersten Veranstaltungen finden in acht Angelvereinen statt. Diese sind im Baggerseeprojekt mit ihren Gewässern aktiv dabei. Sie sollen mit Hilfe des Baggerseeteams ihre Ideen einbringen und ein Konzept für lebensraumverbessernde Umsetzungsmaßnahmen entwickeln. Das Ziel ist die am besten geeignete Vorgehensweise bei der Einbringung von Totholz  und der Schaffung von Flachwasserzonen zu planen. Prof. Dr. Robert Arlinghaus von Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) stellt die ersten Zwischenergebnisse vor. Thomas Klefoth von Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) referiert über die Umsetzungsmaßnahmen und leitet die finale Diskussion an.    

EIN EINHEITLICHES VERSUCHSDESIGN WIRD VORGESTELLT

Insgesamt werden an 12 von 31 Baggerseen im Projekt lebensraumverbessernde Maßnahmen durchgeführt. In jeweils vier Gewässern wird Totholz an der Uferlinie eingetragen und Flachwasserzonen geschaffen. Ein weiteres Seen-Quartett wird mit Fischen besetzt. Zudem werden vier beangelte Baggerseen untersucht, an denen keine weiteren Maßnahmen erfolgen sowie eine Vierergruppe naturbelassener Seen ohne jede Nutzung. Die restlichen elf Gewässer werden im Laufe des Projektes einmal beprobt. An allen Gewässern beobachten die Baggersee Teammitglieder die Entwicklung der Flora und Fauna. Zur Überprüfung der Fischbestände sind jährliche Probebefischungen in Frühjahr und Herbst geplant. Den menschlichen Nutzen, den die Gewässer stiften, messen die Ökonomen des Teams mittels Befragungen. Das Projekt arbeitet eng mit den beteiligten Angelvereinen zusammen.

ÜBER UNS UND WAS WIR ERREICHEN WOLLEN

Kleine Baggerseen von einer Größe unter 50 ha sind in der BRD weitverbreitet und werden vielfach als Naherholungsgebiete genutzt. Jedoch sind diese Kleingewässer von der EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgenommen. Über ihre ökologische Bedeutung ist wenig bekannt. BAGGERSEE ist ein sozial-ökologisches und transdisziplinäres Forschungsprojekt. Verbundpartner aus Wissenschaft und Fischerei untersuchen die Ökosystemdienstleistungen kleiner künstlicher Standgewässer. Gleichzeitig überprüfen sie, ob der Naturschutz- und Erholungsnutzen durch nachhaltige Methoden einer guten fischereilichen Praxis gesteigert werden kann.

BAGGERSEEPROJEKT UND SEINE FÖRDERPARTNER

BAGGERSEE wird vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie (IGB) und Binnenfischerei (Prof. Dr. Arlinghaus Verbundkoordinator, Dr. Christian Wolter) geleitet. Partner sind die Technische Universität Berlin (Bearbeiter Dr. Jürgen Meyerhoff) und der Anglerverband Niedersachsen e.V. (Bearbeiter Thomas Klefoth und Matthias Emmrich). Das Projekt wird gemeinsam gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) (Förderkennzeichen 01LC1320A, 01LC1320B und 3514685C20). Das BMBF fördert dieses Projekt als Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA).


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