Erste Studie zur Artenvielfalt in anglerisch bewirtschafteten Baggerseen fertiggestellt

Baggersee

Die erste wissenschaftliche Publikation über die im Projekt BAGGERSEE durchgeführten Untersuchungen der gewässerbezogenen Artenvielfalt wurde bei einem englischsprachigen Fachjournal zur Begutachtung eingereicht.

Ein Vorabdruck der von Robert Nikolaus und anderen wissenschaftlichen Mitautoren erarbeiteten Studie kann hier bereits eingesehen werden. Erforscht wurde der Unterschied in der Artenvielfalt zwischen anglerisch bewirtschafteten und unbewirtschafteten Baggerseen bezüglich der Artenzahl und des Naturschutzwertes von Libellen, Wasservögeln, Singvögeln, Wasserpflanzen, Landpflanzen und Amphibien. Der Naturschutzwert verdeutlicht, wie wichtig der See für bedrohte Arten ist. Je höher der Wert, desto mehr bedrohte Arten finden dort einen geeigneten Lebensraum.

Nur bei Amphibien Unterschiede im Schutzstatus

Anglerisch bewirtschaftete Baggerseen weisen eine sehr hohe biologische Vielfalt auf. Auch fanden sich kaum Unterschiede bei der Artenvielfalt und im Naturschutzwert zwischen bewirtschafteten und unbewirtschafteten Baggerseen. Lediglich bei den Amphibien wiesen die unbewirtschafteten Seen einen höheren Naturschutzwert auf. Die angelfischereiliche Hege hat zusammengenommen keinen relevanten Einfluss auf die Artenzahl an und den Naturschutzwert von Baggerseen.

Angler haben keinen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt

Die Ergebnisse zeigen, dass Angler nicht – wie manchmal angenommen – über anglerische Aktivitäten oder die Hege die Artenvielfalt am Ufer und im Wasser einschränken. Eine frühere Studie des BAGGERSEE-Teams von Matern et al. (2019) zeigte vielmehr, dass anglerisch gehegte Baggerseen artenreichere, natürliche Fischgemeinschaften ausbilden.

Totholz hilft der biologischen Vielfalt

Aktuell steht die Auswertung der Daten der ersten Beprobungen nach der Umsetzung der Projektmaßnahmen an: In den Flachwasserzonen ist das Wachstum von Unterwasserpflanzen gut vorangeschritten. Bereits nach wenigen Monaten haben sich zahlreiche Pflanzenarten in den neuen Flachwasserzonen angesiedelt, darunter acht, teils seltene Arten, die vorher nicht in den Gewässern vorkamen. Damit ist, was die Pflanzen betrifft, das Projektziel der Erhöhung der Artenvielfalt bereits erreicht. Zudem wurden die Voraussetzungen für eine positive Wirkung auf Fische und die Gesamtartenvielfalt geschaffen. Genaueres wird die weitere Forschung ergeben. Daher finden regelmäßig Erhebungen an den Projektseen statt.


Veröffentlicht: