Liebe Freundinnen und Freunde der Angelfischereiforschung,

seit der erfolgreichen Umsetzung der Projektmaßnahmen im vergangenen Jahr stehen bei BAGGERSEE in erster Linie Befischungen zur Erhebung von Daten und die Auswertung der Daten sowie die Publikation erster Ergebnisse und Erkenntnisse auf der Agenda.In dieser Ausgabe des Newsletters berichten wir über die aktuellen Herbstbefischungen und stellen Ihnen Studentenprojekte, PR-Aktionen und Publikationen rund um die BAGGERSEE-Forschung vor. Des Weiteren geben wir einen kurzen Überblick über die bisherigen Stationen der Wanderausstellung BAGGERSEE sowie über die Medienresonanz des Projekts.

Viel Spaß bei der Lektüre unserer Projektnews
wünscht Ihnen das BAGGERSEE-Team

BAGGERSEE aktuell

 

Erste Studie zur Artenvielfalt in anglerisch bewirtschafteten Baggerseen fertiggestellt

Die erste wissenschaftliche Publikation über die im Projekt BAGGERSEE durchgeführten Untersuchungen der gewässerbezogenen Artenvielfalt wurde bei einem englischsprachigen Fachjournal zur Begutachtung eingereicht. 

 

 

 

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Schüler der KGS Sehnde erobern BAGGERSEE

Forschung zum Anfassen erlebte eine 10. Klasse der KGS Sehnde kurz vor den Sommerferien. Im Rahmen einer Projektwoche zu Themen der Umweltökologie hatte sich die Klasse für die Gewässerökologie entschieden. Die Schülerrinnen und Schüler fuhren mit dem BAGGERSEE-Umsetzungsleiter Dr. Thomas Klefoth auf den Baggersee in Kolshorn bei Lehrte hinaus, um praktische Einblicke in die Feldarbeit des BAGGERSEE-Projekts zu bekommen und Möglichkeiten zur nachhaltigen Förderung der Artenvielfalt kennenzulernen.

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Angler und Naturschützer besuchten BAGGERSEE-Vortrag

Baggerseen sind kleine Paradiese um die Ecke, die besonders im Sommer Millionen Menschen anlocken, aber auch für viele Tier- und Pflanzenarten zu einem wichtigen Lebensraum geworden sind. Dabei stehen Naturschutz und Naherholung oft im vermeintlichen Widerspruch. Im Forschungsprojekt BAGGERSEE testen Angler gemeinsam mit Wissenschaftlern, wie man die Artenvielfalt an Baggerseen fördern kann. Davon sollen die Natur und der Mensch gleichermaßen profitieren. In einem Vortrag im Rahmen der Deutschen Aktionstage für Nachhaltigkeit (DAN); www.tatenfuermorgen.de; stellte BAGGERSEE-Umsetzungsleiter Dr. Thomas Klefoth das Projekt und erste Forschungsergebnisse am 05. Juni in Hannover vor.

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BAGGERSEE auf Tour

Befischungsintensiver BAGGERSEE-Herbst

Auch in diesem Jahr standen im Herbst wieder eine Menge Befischungen auf der BAGGERSEE-Agenda, bei denen viele ehrenamtliche Helfer aus den Angelvereinen die Feldarbeit unterstützt haben.

 

 


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Wanderausstellung BAGGERSEE erfolgreich unterwegs

Auf der Pferd & Jagd im Dezember 2018 wurde die Wanderausstellung BAGGERSEE erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und ging anschließend auf Tour durch Niedersachsen. Bis zum 13. November ist sie im Otterzentrum für die breite Öffentlichkeit ausgestellt. BAGGERSEE wird gemeinsam von BMBF und BMU/BfN gefördert.

 

 

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Baggersee Studentenausbildung

Im Rahmen des Projekts BAGGERSEE betreuen Prof. Dr. Robert Arlinghaus und andere Lehrkräfte des IGB und des Fachgebiets für integratives Fischereimanagement (IFishMan) der Humboldt Universität zu Berlin auch Studierende bei ihren Master-, Bachelor- und anderen Studienarbeiten, die sich mit Themengebieten aus der Baggerseeforschung befassen.

 

 

Infos Studentenausbildung IGB


Wie wachsen Barsche in Baggerseen?

Masterstudent Leander Höhne – Student des Studiengangs Fischereiwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin - hat das Wachstum von Flussbarschen aus Seen des BAGGERSEE-Projektes untersucht. Die wissenschaftliche Studie zeigt auf, welche Umweltfaktoren (z.B. Nährstoffgehalt, Ausdehnung des Ufers, Beutefischvorkommen oder Gewässertiefe) das Wachstum der Barsche in Baggerseen am besten erklären. Ein Hauptergebnis: Insbesondere der Kannibalismus und die Länge der Uferlinie bestimmen das Barschwachstum.

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BAGGERSEE im Gespräch

Dies ist ein kleiner Ausschnitt der Berichterstattung über BAGGERSEE:

 

Das Experiment läuft weiter: Trockenheit lässt Totholzbündel im Großen Weidekampsee stranden

Insenhagener Kreisblatt, 07.09.2019

Im kommenden Herbst plant Andreas Maday seine Masterarbeit mit dem Thema „Raum-zeitliche Nutzung von Uferlebensräumen durch Fische in Baggerseen“ abzuschließen, die ersten Probennamen sind im Herbst 2018 gelaufen. Die Masterarbeit untersucht, wie Fische im Verlauf von 24 Stunden (also Tag und Nacht) und über die verschiedenen Jahreszeiten die Uferzonen von Baggerseen nutzen.

 

 

 

 

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BAGGERSEE im TV

hr, alles wissen, 15.08.2019  

Das Wissensmagazin „alles wissen“ des Hessischen Rundfunks (hr/ARD) hat am 15.08.2019 einen Beitrag über BAGGERSEE ausgestrahlt. Interviewt wurden AVN-Biologe Dr. Thomas Klefoth und IGB-Mitarbeiter Sven Matern. Der Beitrag ist ab Minute 10:20 zu sehen. 

 

 

 

 

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Jagdfieber im Namen der Wissenschaft

Hannoversche Allgemeine/Neue Presse Sehnde, 17.07.2019 

KGS-Schüler erkunden BAGGERSEE-Projekt des Anglerverbands Niedersachsen. Das ist Forschung zum Anfassen: Die Schüler durften nicht nur angeln, sondern auch den See per Schlauchboot befahren und bekamen Einblick in die Feldarbeit der Wissenschaftler, wie man Artenvielfalt im Gewässer nachhaltig fördern und unter einen Hut mit Naherholung bringen kann.

 

 

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Weitere Presseartikel



BAGGERSEE und mehr: 

Im Rahmen der BAGGERSEE-Forschung wurden und werden bereits mehrere wissenschaftlichen Arbeiten, Artikel und Bücher veröffentlicht. Eine kleine Auswahl stellen wir Ihnen hier vor:

 

Bringt totes Holz Leben in den Baggersee?

Katja Wiegner, Thomas Klefoth, Robert Arlinghaus

Die Wasserqualität in Deutschland ist sehr gut. Das Trinkwasser gilt laut Umweltbundesamt als exzellent und rund 98 Prozent unserer Badegewässer erfüllen die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie. Gleichzeitig sind Deutschlands Flüsse und große Seen überwiegend in einem ungenügenden ökologischen Zustand. Nur 7% aller Fließgewässer und 26% aller Seen über 50 Hektar erfüllen das Kriterium "guter ökologischer Zustand" nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Der für uns Menschen gute Gewässerzustand (Trinkwasser, Badewasser) ist also nicht zwangsläufig auch gut für Fische, Amphibien und andere Arten. 

Der scheinbare Widerspruch liegt jedoch nicht in der Wasserqualität, sondern wassergebundene Lebewesen stellen spezifische Anforderungen an einen optimalen Lebensraum. Viele Arten benötigen Vielfalt und Struktur! Unterwasserpflanzen und Totholz sind wichtige Elemente und tragen dazu bei, dass wirbellose Tiere wie Libellenlarven und Krebse, Jungfische und Arten wie Vögel Schutz und Nahrung finden. Badegäste, Angler oder Segler werden dagegen von übermäßigen Pflanzen- und Holzbeständen in Ufernähe eingeschränkt. Die Herausforderung ist nun, für alle Beteiligten die optimale Lösung zu finden. Das Großprojekt BAGGERSEE hat zum Ziel, Schutz und Nutzung von künstlich geschaffenen und von Anglern bewirtschafteten Seen zu vereinbaren.

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The value artificial lake ecosystems provide to recreational anglers: Implications for management of biodiversity and outdoor recreation 

Jürgen Meyerhoff, Thomas Klefoth, Robert Arlinghaus

Es gibt mehr kleine als große Seen. Obwohl sie gemeinsame Landschaftselemente sind, ist wenig über den Wert bekannt, den kleine Seen für Erholungssuchende bieten. In diesem Beitrag werden Ergebnisse einer wirtschaftlichen Bewertungsstudie zu kleinen Baggerseen in Niedersachsen vorgestellt. Baggerseen sind künstlich geschaffene Seeökosysteme, die insbesondere in Europa regelmäßig von privat organisierten Freizeitanglern im Rahmen eines Angelvereins genutzt und verwaltet werden. Ein ausgewiesenes Auswahlexperiment lieferte Einblicke in die Präferenzen von Anglern hinsichtlich des Vorkommens von Zielfischarten, der Artenvielfalt von anderen Gruppen als Fischen in den Seen sowie in der Umgebung des Sees und in die Verwendung von Baggerseen durch andere Freizeitsportler (Spazierengehen, Schwimmen oder Bootfahren). Die latente Klassenanalyse identifizierte fünf Segmente, die sich in ihren Präferenzen unterschieden. Für die Mehrheit der Angler wurde der Wert des Fischfangs an Kiesgrubenseen durch eine Zunahme der Raubfischvielfalt gesteigert. Darüber hinaus steigerte das Vorkommen von bedrohten Arten an den Seen den Wert der Ökosysteme, den die Mehrheit der Angler wahr genommen hat. Im Gegensatz dazu verringerte das Vorhandensein anderer Freizeitmöglichkeiten den Wert des Angelns, wobei das Schwimmen als am störendsten eingestuft wurde, während der Grad der Küstenentwicklung die aufgezeichneten Entscheidungen am wenigsten beeinflusste. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bewirtschaftung der Baggerseen für eine hohe Artenvielfalt und das Vorhandensein gewünschter Raubfischarten den Wert für Angler maximiert. Es wurden jedoch auch zwei kleinere Segmente mit Anglern identifiziert, die festgefahrene Vorlieben enthüllten. Diese Angler äußerten entweder starke Präferenzen gegen das Schwimmen in den Seen oder bevorzugten nachdrücklich die Möglichkeit, Boote zu benutzen. Das Seemanagement kann die Präferenzheterogenität und die Abneigung gegen andere Erholungszwecke wie Schwimmen durch das Einrichten räumlicher Zonen beseitigen.

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Effect of recreational-fisheries management on fish biodiversity in gravel pit lakes, with contrasts to unmanaged lakes

Sven Matern, Matthias Emmrich, Thomas Klefoth, Christian Wolter, Robert Nikolaus, Nicola Wegener, Robert Arlinghaus

Baggerseen sind neuartige Ökosysteme, die Fische auf natürlichen oder anthropogenen Wegen besiedeln können. In Mitteleuropa werden viele dieser künstlichen Standgewässer von Freizeitanglern bewirtschaftet und haben daher einen Fischbestand. Aber auch unbewirtschaftete Baggerseen können beispielsweise durch illegalen Besatz Fische aufweisen. Wir haben 23 kleine (<20 ha) Kiesgruben (16 bewirtschaftete und 7 nicht bewirtschaftete) im Nordwesten Deutschlands mit Elektrofischerei und Multimaschen-Kiemennetzen untersucht. Unser Ziel war es, die Artenvielfalt der Fische in bewirtschafteten und unbewirtschafteten Seen zu vergleichen. Angesichts der Größe der untersuchten Seen erwarteten wir artenarme Gemeinschaften und eine erhöhte Fischvielfalt in den von Anglern bewirtschafteten Seen. Unsere Untersuchungsseen waren hauptsächlich mesotroph und unterschieden sich nicht in wesentlichen abiotischen und biotischen Umwelteigenschaften. In den Seen beider Bewirtschaftungstypen gab es ähnliche Fischbestände und Biomassen, die sich jedoch in Bezug auf die Struktur der Fischgemeinschaft und den Artenreichtum erheblich unterschieden. Fische waren mit mindestens drei Arten in allen Seen vorhanden. In bewirtschafteten Baggerseen wurde im Vergleich zu unbewirtschafteten Seen eine höhere a-Diversität und eine niedrigere ß-Diversität festgestellt. Infolgedessen förderte das Gewässermanagement durch Freizeitangler die Homogenisierung der Fischgemeinschaften. Dort finden sich Raubfische und andere Fischarten, die bevorzugt geangelt werden. Unbewirtschaftete Baggerseen waren jedoch auch von der Besiedlung mit Fischen durch Menschen betroffen, vermutlich durch illegale Fischfreisetzungen. Es wurden kaum nicht heimische Arten nachgewiesen, was darauf hindeutet, dass das Management der Freizeitfischerei die Verbreitung exotischer Arten in unserer Untersuchungsregion nicht förderte.

 

 

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Weitere Publikationen


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