Liebe Freundinnen und Freunde der Angelfischereiforschung,

Herzlich willkommen zu unserem neuen IFishMan-Newsletter!

Rund um das IFishMan-Team hat sich in den letzten Monaten einiges getan. In diesem Newsletter wollen wir Ihnen die neuesten Aktivitäten unseres Teams, Auszeichnungen für einen Teil unserer Leistungen, neue Gesichter, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie einen Ausblick in zukünftige Projekte geben.

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Wir bedanken uns für die Mithilfe und wünschen eine unterhaltsame Lektüre unserer Projektnews! 

Das IFishMan-Team



FEATURE

Generation Fischstäbchen: Was wissen die Deutschen über die Fische in ihren Flüssen?

Bachforelle, Äsche, Barbe, Brachse und Kaulbarsch – muss man nicht kennen, kann man aber. Denn diese Fischarten sind die sogenannten Leitfische in den verschiedenen Abschnitten eines Flusses. Ihr Vorkommen steht stellvertretend für den Zustand eines Flusses. WissenschaftlerInnen vom IFishMan-Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, unter der Führung von IFishMan-Postdoc Sophia Kochalski, haben zusammen mit einem internationalen Team erstmals eine multinationale Bevölkerungsbefragung zum Thema Fische und Artenvielfalt in Flüssen durchgeführt. Das wesentliche Ergebnis: Die Befragten in Deutschland kennen nur wenige Fischarten, eine gute ökologische Qualität der Flüsse ist ihnen dennoch sehr wichtig. Und das passt sogar zusammen!

Für die Umfrage wurden je 1000 Personen in Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern zu ihrer Wahrnehmung der Artenvielfalt in Flüssen befragt. Das Gros der Befragten in Deutschland hat schon einmal vom Stör gehört, aber nur die Hälfte wusste, dass es sich um eine einheimische Art handelt. Durch Überfischung und Wanderhindernisse wie Dämme und Wehre gilt unser größter heimischer Süßwasserfisch seit 40 Jahren als ausgestorben und ist so – wie auch der Lachs – langsam aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Weitere wissenswerte Ergebnisse der Umfragestudie können Sie aus unserer Pressemitteilung entnehmen und in der Originalpublikation der Fachzeitschrift Conservation Biology lesen…




Publikationen

IFishMan war wissenschaftlich weiter aktiv. Unsere Teammitglieder haben in 2018 diverse Fachartikel in renommierten Fachzeitschriften publiziert. Einige Beispiele folgen:

Welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zum Thema Fischverhalten?

Fine-scale movement ecology of a freshwater top predator, Eurasian perch (Perca fluviatilis), in response to the abiotic environment over the course of a year

Autoren: Shinnosuke Nakayama, Peer Doering-Arjes, Stefan Linzmaier, John Briege, Thomas Klefoth, Tonio Pieterek, Robert Arlinghaus

Unser ehemaliger Postdoc Dr. Shinnosuke Nakayama konnte in Zusammenarbeit mit Kollegen einen Fachartikel über das saisonale Verhalten unserer heimischen Flussbarsche veröffentlichen. Thematisch ging es darum, welche Einflüsse Umweltvariablen wie Wassertemperatur, Lichtintensität auf der Wasseroberfläche, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Mondphase auf das Verhalten der Barsche haben. Das Barschleben ist vor allem temperatur- und lichtgesteuert, aber auch der Luftdruck wirkt sich auf das Verhalten aus.

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Welche Rolle spielt die Angelfischerei in heutiger Zeit noch für den Nahrungserwerb?

The nexus of fun and nutrition: recreational fishing is also about food

Autoren: Steven J. Cooke, William M. Twardek, Robert J. Lennox, Aaron J. Zolderdo, Shannon D. Bower, Lee F. G. Gutowsky, Andy J. Danylchuk, Robert Arlinghaus, Douglas Beard

Das Angeln während der Freizeit ist weltweit sehr beliebt. Es wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Geräten in der Freizeitfischerei verwendet, darunter die gewöhnliche Rute und Rolle sowie auch in geringerem Ausmaße Handleinen, Speere, Pfeil und Bogen, Fallen und Netze. Ähnlich wie die Tendenz zum freiwillig durchgeführten Zurücksetzen von Fischen, variiert die Motivation, Fische zum Eigenverzehr zu entnehmen stark zwischen Kulturen, Standorten, Fischarten und Fischereien. Aber ganz allgemein ist der Selbstverzehr global ein wichtiges Motiv für die Angelei, die dadurch eher den Charakter einer Subsistenz- als einer reinen Sportangelei erhält.

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Angler aufgepasst! Neue Montage für den Hechtfang wissenschaftlich untersucht

Citizen science data suggest that a novel rig improves landing rate and reduces injury and handling time in recreational angling with artificial lures in Baltic pike (Esox lucius)

Autoren: Jens Jakob Bursell, Robert Arlinghaus

Untersucht wurde das "Release-Rig" (Auslöse-Rig), welches ermöglicht, dass sich der Kunstköder nach dem Biss von den Drillingen löst und frei an der Schnur laufen kann. Durch diesen Effekt wird das Aussteigerrisiko während des Drills sowie das Verletzungsrisiko der Fische deutlich minimiert. In der Studie konnten unter Verwendung dieser Methode die Hechtanladungen von 45 auf 85% gesteigert werden! Die komplette Anleitung zu dieser Montage finden Sie hier in der wissenschaftlichen Publikation sowie in Videoform, in der der Erstautor Jens Jakob Bursell persönlich alles Wissenswerte rund um das Rig erklärt. Der Clou ist die Möglichkeit, kleinere Haken als normalerweise einzusetzen...

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Verbesserte Hege von Angelgewässern: Die Fibel für den Gewässerwart

Aktuelle Erkenntnisse rund um die angelfischereiliche Hege und Pflege von Seen und Flussabschnitten gibt es jetzt gebündelt und für jedermann verständlich im neuen Handbuch für den Gewässerwart von Prof. Dr. Robert Arlinghaus und seinen Ko-Autoren Raimund Müller, Dr. Tobias Rapp und Dr. Christian Wolter. Das Buch ist schon 2017 erschienen, aber weiterhin sehr aktuell. Es erläutert die Bedingungen, die für oder gegen bestimmte Hegemaßnahmen sprechen und führt zudem zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung in eine neue Planungssoftware ein. Neben den Gewässerwarten richtet sich das Buch an Angelvereinsvorstände, Fischereiverwaltung und -beratung, FischereibiologenInnen, AnglerInnen, NaturschützerInnen, Studierende und andere gewässerökologisch interessierte WissenschaftlerInnen. Erfreulicherweise muss niemand tief in die Tasche greifen, denn das neue Buch ist in limitierter Auflage zum Versandkostenpreis bzw. kostenfrei per Internetdownload verfügbar, gleiches gilt für die Hegeplanungssoftware, die Sie unter folgendem Link kostenfrei zum Download finden.

Hier geht's zum Praxisleitfaden



Aktivitäten und News

Organisierte Symposien

1. Mini-Symposium für Fischereiökonomie

Prof. Dr. Robert Arlinghaus organisierte am IGB ein Mini-Symposium für neue Ergebnisse in der Fischereiökonomie. Das Symposium wurde rund um den IGB-Kolloquiumsvortrag von Dr. Matt Burgess aus Kalifornien organisiert, der seine aktuelle Science-Publikation zum Schutz bedrohter Säugetierarten durch optimiertes Fischereimanagement vorstellte. Eingerahmt wurde seine Präsentation durch Vorträge von Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Prof. Dr. Martin Quaas, Dr. Carsten Riepe, Dr. Marie Fujitani und anderen zu Themen wie nachhaltiges Management von regional mobilen Anglern, ökonomische Faktoren für Fischbesatzentscheidungen durch Angelvereine oder optimales Management von Dorschen unter Berücksichtung der Altersstruktur.

Hier entlang für die Science-Publikation


2. Thienemann-Vorlesung mit Prof. Daniel Pauly am IGB ein voller Erfolg

Am 20.06.2018 war der führende Fischereiforscher Prof. Daniel Pauly vom Sea Around Us Projekt des Institutes of Oceans and Fisheries an der University of British Columbia bei uns am Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin zu Gast, um im Rahmen der 2.Thienemann-Vorlesungsreihe einen Vortrag zu den Grundlagen des Fischwachstums zu halten.

Thema seines Vortrages war: "Fish must breathe: How temperature and dissolved oxygen shape their biology."

Das Wachstum von Fischen wird wesentlich von der Oberfläche der Kiemen bestimmt, die wiederum von der Fischlänge abhängt. So eine Kernaussage des Vortrags. Das Thema ist vor allem angesichts des Klimawandels von überragender Bedeutung und belegt, dass vor allem große Tiere unter Atemnot leiden, wenn der Sauerstoff knapp wird.



Neue Projekte

STÖRBAGGER: Angler haben eine wichtige ökologisch-hegerische Funktion, zum Beispiel im Rahmen der Bewirtschaftung von Gewässern und beim Fischartenschutz. Vermehrt wird allerdings auch auf die mögliche Störwirkung von Anglern und des Angelns auf Tiere und Pflanzen hingewiesen, zum Beispiel durch Trittschäden oder das Aufscheuchen von uferbrütenden Singvögeln. Welche wissenschaftlich-belastbaren Erkenntnisse gibt es zu diesem Themenfeld? Und falls Angler eine Störwirkung aufweisen, wie stark ist sie und wie unterscheidet sie sich – wenn überhaupt – von der Störwirkung durch andere Gewässernutzungsformen? Finanziert durch drei Landesanglerverbände aus Niedersachsen, Sachsen und Bayern, werden seit dem 01.06.2018 in einem dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt namens STÖRBAGGER die Auswirkungen des Angelns und anderen Freizeitaktivitäten auf die biologische Vielfalt an Gewässern im Vergleich untersucht (Foto: Florian Möllers).

STÖRBAGGER

PIKEPERCH: Dieses neue Projekt untersucht die Auswirkungen des Fangen-und-Zurücksetzens auf den Reproduktionserfolg nestbewachender Zander (Sander lucioperca) während der Laich- und Schonzeit. Dabei wird unter die Lupe genommen, ob männliche Zander in der Lage sind, das Nest nach dem Fangen und Zurücksetzen wiederzufinden, welche Rolle Eiprädation durch typische Nesträuberspezies spielt, und wie der physiologische Stress die Verhaltensmuster bei der Nestbewachung beeinflusst. Überdies werden grundlegende Daten zum Laichverhalten des Zanders erhoben und die Fängigkeit von Zandern vor und während der Laichzeit experimentell in Teichversuchen studiert. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern von der University of Eastern Finland (UEF) seit dem Frühjahr 2018 statt und wird im Rahmen der Masterarbeit von Leander Höhne am IGB bei IFishMan umgesetzt.

PIKEPERCH



Lebende Fischkarten

Wie verhalten sich Fische in ihrer natürlichen Umgebung? Dieser spannenden Frage sind die Forscher des IFishMan-Teams auf der Grundlage einer weltweit einzigartigen Fischtelemetrieanlage nachgegangen - mit erstaunlichen Ergebnissen. Mit Hilfe unserer akustischen dreidimensionalen Telemetrieanlage (sehen Sie hier für mehr Infos) ist es möglich geworden, das Verhalten von verschiedenen Fischarten (Karpfen, Wels, Schleie, Hecht und Barsch) über einen Zeitraum von über einem Jahr hochauflösend zu beobachten. Das Projekt besteht in der Aufarbeitung der Daten in einer ansprechenden Form für Jedermann, federführend umgesetzt durch den Postdoc Christopher T. Monk und den Arbeitsgruppentutor Philipp Czapla. Im monatlichen Rhythmus erstellen wir verschiedene Videos für jede Fischart einzeln und dann kombiniert als Mehrartenvideo, um Ihnen Einblicke in die Unterwasserwelt zu gewähren. Auf unserer Webseite und bei Facebook finden Sie alle Videos der letzten Monate. Viel Spaß beim Stöbern!

Hier finden Sie alle Videos



Preise und Auszeichnungen

Es ging richtig rund dieses Jahr. Gleiche mehrere IFishMan-Team-Mitglieder wurden für ihre Arbeiten sowohl national als auch international ausgezeichnet. Wir sind sehr stolz ein solches Feedback für unsere Arbeiten zu erhalten.

Den Anfang machte unser ehemaliger Postdoc, Valerio Sbragaglia, der mit dem Francesca Gherardi Memorial Prize ausgezeichnet wurde. Er untersucht die molekularen Mechanismen, die den zirkadianen Rhythmus von Krebstieren regulieren und erforscht, wie Hierarchiestrukturen die Aktivitätsmuster der Individuen beeinflussen. Seine Forschungsergebnisse helfen beispielsweise bei der Bestandsabschätzung des Norwegischen Hummers.

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Weiter ging es mit Philipp Czapla, der den diesjährigen Förderpreis des DAFV (Deutscher Angelfischerverband e.V.) für seine Bachelorarbeit erhalten hat. Er erforschte den Aktionsraum sowie das Verhalten von besetzten und angestammten Hechten im Kleinen Döllnsee. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass selbst große Laichhechte nach Besatz Anpassungsprobleme in ihrer neuen Umwelt haben.

Hier geht's zur Bachelorarbeit


Darüber hinaus wurde die Doktorarbeit (in Bestnote summa cum laude) von Dr. Thomas Klefoth mit dem Titel „The phenotypic correlates of individual vulnerability to angling“ als hervorragende Promotionsleistung mit dem Albrecht-Daniel-Thaer-Förderpreis ausgezeichnet. Verliehen wird der Preis vom Förderverein für Agrar- und Gartenbauwissenschaften an der Humboldt-Universiät zu Berlin. Die Dissertation stellt das Ergebnis langjähriger experimenteller und konzeptioneller Forschungsarbeiten zur Fangbarkeit von Fischen mit der Handangel dar. Betreut durch Prof. Dr. Robert Arlinghaus und finanziert durch ein Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, konnte Thomas Klefoth als wesentliches Ergebnis erstmals empirisch feststellen, dass hoher Angeldruck und fischereiliche Entnahme durch Hobbyfischer zur Evolution von Schüchternheit bei Fischen führen kann. Die entsprechenden Ergebnisse wurden im Rahmen von insgesamt zehn rezensierten Aufsätzen in teilweise hochrangigen Zeitschriften (bspw. Trends in Ecology and Evolution, PNAS, Evolutionary Applications) publiziert.

Zur kompletten Doktorarbeit


Unser IFishMan-Wissenschaftler Dr. Christopher T. Monk gewann den "Best Paper Award" (3. Preis) auf der jährlichen Tagung der Deutschen Limnologischen Gesellschaft (DGL) für seine Analyse, unter welchen Bedingungen Fische, Fischer und Angler individualistisches oder kollektivistisches Verhalten zeigen. Hierfür wurde Dr. Christopher T. Monk mit dem Schwoerbel-Bendorf-Nachwuchspreis ausgezeichnet.

Hier zum kompletten Artikel

Eine weitere Auszeichnung erhielt unsere ehemaliger Masterstudent Sebastian Theis, der mit dem  Förderpreis für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin für einen hervorragenden Masterabschluss 2017 am 4. Juli 2018 ausgezeichnet wurde. Thematisch hatte Herr Theis in seiner Masterarbeit „Food-dependent development of behavioural types in Heterandria formosa “ untersucht. Hauptziel des Experiments war die Beobachtung und Quantifizierung unterschiedlicher Verhaltenstypen und deren Entwicklung über die Lebensgeschichte eines Tieres und der potentielle verhaltensveränderende Einfluss unterschiedlicher Futtermengen. Als Fokus Spezies wurde Heterandria formosa, eine kleine lebendgebährende Fischart, untersucht. 

Hier geht's zur ausgezeichneten Masterthesis


Auch der Kopf rund um das IFishMan-Team, Prof. Dr. Robert Arlinghaus, wurde dieses Jahr für seine Leistungen ausgezeichnet. Prämiert wurde er mit dem Excellence in Public Outreach Award der AFS (American Fisheries Society), also für sein außergewöhnliches Engagement, wissenschaftliche Ergebnisse in die Angelpraxis einfließen zu lassen und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Weiterhin gewann Robert Arlinghaus ebenfalls einen „Best Paper“ Award für eine mit Koautorenschaft angefertigte Arbeit zu Methoden der Analyse von Denkmustern unter Anglern. Der Award wurde für den Aufsatz "Should we simulate mental models to assess whether they agree?" durch die Informatikerkonferenz ANSS 2018 in recognition "of this paper's quality, originality and significance" vergeben.

Hier geht es zur ausgezeichneten Fachpublikation


BAGGERSEE wird Projekt des Monats August

BAGGERSEE hat die Online-Abstimmung zum Projekt des Monats August der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewonnen.

Mit über 400 Stimmen Vorsprung hat sich BAGGERSEE bei der Online-Abstimmung gegenüber den anderen zur Wahl stehenden Projekten durchgesetzt. Als Monatsprojekt besteht die Chance, im nächsten Jahr von der Fachjury des UN-Dekade-Büros zum Projekt des Jahres 2018 gewählt zu werden und neben der Auszeichnung 1.000 Euro Prämie zu erhalten. 

Im Mai wurde BAGGERSEE als offizielles UN-Dekade-Projekt in Hannover ausgezeichnet. Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt und damit die Weltöffentlichkeit aufgerufen, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversiät in fast allen Ländern der Erde. Die Dekade soll die Bedeutung für unser Leben bewusst machen und Handeln anstoßen.

Mehr zur UN-Dekade und zur Wahl als Projekt des Monats finden Sie auf der Website der UN-Dekade...


Foto: Florian Läufer, www.angelfoto-archiv.de

Abschlüsse

Wir betreuen Abschlussarbeiten aller Art, sowohl Bachelor- oder Masterarbeiten als auch Promotionsarbeiten werden immer wieder von uns angeboten und in einem kompetenten wissenschaftlichen Umfeld betreut.  Interesse geweckt? Auf unserer Webseite finden Sie eine Vielzahl von Themen, die nur darauf warten, genauer erforscht zu werden. Das ist nur eine Auswahl, wir können jederzeit auch individualisierte Themenideen besprechen und vergeben, gerne auch an externe Studierende. Schreiben Sie uns einfach an!


In 2018 hat zum Beispiel die US-Masterstudentin Ashley Trudeau ihr Studium in Fish Biology, Fisheries and Aquaculture an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer von Prof. Dr. Robert Arlinghaus betreuten Masterarbeit zur Ernährungsökologie von Barschen im BAGGERSEE-Projekt abgeschlossen. Sie hat nun das Projekt verlassen und kehrt von Berlin in die USA zurück, wo sie eine Doktorandenstelle an der Rutgers Universität angetreten ist.

„Ashley hatte einen unglaublich reichen vergleichenden Datensatz zur Nahrungsökologie von Barschen zusammengetragen und hochprofessionell analysiert. Sie zeigte, dass die Struktur der Ufer, die Tiefe von Baggerseen und die Ausprägung der Unterwasserpflanzen einen enormen Einfluss darauf hatte, was die Barsche fraßen und ob sie zum Top-Räuber in einem Ökosystem wurden oder nicht. Damit legte Ashley die Grundlage für das Verständnis der Energieflüsse von den Fischnährtierchen zu den Raubfischen in Abhängigkeit der Gewässerökologie“, kommentierte Prof. Dr. Robert Arlinghaus die erfolgreiche Verteidigung der Masterarbeit von Ashley Trudeau. Konkret untersuchte sie den Einfluss des Uferlebensraums, der Wassertiefe und des Nährstoffgehalts auf die Nahrungssuche sowie auf die Größenstruktur und Biomasse von Barschen in 14 niedersächsischen Baggerseen. Die Arbeit wurde mit Sehr Gut abgeschlossen.

Wir wünschen Ashley weiterhin viel Erfolg!

Masterarbeit Ashley Trudeau


Der nächste erfolgreiche Masterabsolvent, den wir verabschiedeten, war Bernard Chéret, der in seiner Masterarbeit den europäischen Welsen auf den Zahn fühlte. Bernard analysierte in seiner Arbeit Positionsdaten, die durch unsere hochauflösende Telemetrieanlage aus unserem Forschungssee aufgenommen wurden. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob Welse fremder Herkunft (Besatz) unterschiedliches Verhalten an den Tag legen, als ihre residenten heimischen Artgenossen im gleichen Gewässer. Es zeigte sich, dass besetzte Welse deutlich größere Aktionsräume gegenüber Welsen hatten, die schon länger im Gewässer beheimatet waren. Darüber hinaus analysierte Bernard in seiner Studie höchst detailliert das Welsverhalten über den Tagesverlauf mit erstaunlichen Ergebnissen…

Auch Herrn Chéret wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

Hier entlang zu Bernard Chérets Masterthesis...


Zu guter Letzt konnte auch Christopher T. Monk, seine Promotionsarbeit abschließen und mit Summa Cum Laude verteidigen. In der Dissertation ging es um Reality-Mining (maschinelles Datenerfassungsverhalten in hoher Auflösung), um die Bedeutung von Interaktionen zwischen Fischen und Anglern in Bezug auf die Fangbarkeit von Fischen zu untersuchen. Hierbei wurde das Verhalten von vier Arten, Karpfen (Cyprinus carpio), Schleie (Tinca tinca), Hecht (Esox lucius) und Eurasischer Barsch (Perca fluviatilis) in einem 25 ha großen Forschungssee gemessen, in welchem experimentell geangelt wurde. Dabei wurde auch die Bewegung von freiwilligen Barschanglern auf der Suche nach Barsch aufgezeichnet. Herr Monk stellte fest, dass Aktivitäts- und Bewegungsverhalten individueller Fische wenig Prognosekraft darüber hatten, ob ein Fisch gefangen wird oder nicht. Aktive Karpfen, Schleien und Barsche mit großen "Home Ranges" werden daher nicht selektiv gefangen. Allerdings wurde beobachtet, dass große Hechte mit großen "Home Ranges" besser fangbar waren als weniger aktive Hechte. Aus Anglerperspektive wurde festgestellt, dass Angler, die sich selbst für bessere Angler hielten, tatsächlich höhere Fangraten aufwiesen. Diese besseren Fertigkeiten rührten aber nicht daher, dass die besser fangenden Angler mehr Barsche fanden, hingegen begründete sich der verbesserte Fangerfolg in allgemein besser ausgeprägten Angelfertigkeiten (Führung des Köders, Merken des Anbisses).

Das gesamte IFishMan-Team gratuliert zu dieser herausragenden Arbeit sowie dem sehr guten Abschließen! Das PDF zum kompletten Werk erscheint in Kürze auf IFishMan.



Neue Gesichter

Malwina Schafft

Neu vorstellen möchten wir Ihnen unsere neue Doktorandin Malwina Schafft, die nach ihrem Studium der Umweltbiowissenschaften in Trier nun seit Juni 2018 im IFishMan-Team tätig ist. In ihrer Doktorarbeit erforscht sie die Auswirkungen von Freizeitaktivitäten auf aquatische Biodiversität (STÖRBAGGER-Projekt). Ihre Faszination für die Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere an Gewässern und das Interesse dafür, wie sich menschliche Aktivitäten auf die Zusammenhänge von Ökosystemen auswirken können, sind der Grund für ihre Begeisterung rund um das Dissertationsprojekt.

Profil Malwina

Roman Lyach

Roman Lyach, PhD Student der Charles Universität in Prag, war für ein mehrwöchiges Praktikum zu Gast in unserem IFishMan-Team. Innerhalb seines Praktikums analysierte Roman Telemetriedaten von Schuppenkarpfen und Schleien aus unserem Forschungssee. Hierbei wurde genauer untersucht, ob sich das Verhalten dieser Fischarten im tageszeitlichen sowie saisonalen Verlauf ändert und welchen Einfluss Umweltfaktoren dabei spielen.

Profil Roman



Medienecho

Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus der Berichterstattung rund um IFishMan

 

Anglerstammtisch: „Rute raus“ auf Landgang

NDR Angelexperte Heinz Galling lädt regelmäßig zur Radio-Talkrunde in die Schweriner Kultkneipe Angler II. In der Sendung vom 26. Januar 2018 waren unter anderem zu Gast Prof. Dr. Robert Arlinghaus sowie Landwirtschaftsminister Till Backhaus zu Gast.

Zum kompletten Radio Mitschnitt

Karpfen Radio: Folge 12 C&R Spezial mit Prof. Dr. Robert Arlinghaus

Podcast zum Thema Catch and Release von Prof. Dr. Robert Arlinghaus mit einem Überblick, welche Rechtslagen existieren, wie die Bevölkerung zum Thema steht, womit Kritiker argumentieren, wie der wissenschaftliche Stand tatsächlich ist und was das alles eigentlich für unsere Anglerpraxis bedeutet. Auch als Videoformat unter folgendem Link zu finden

Hier geht's zum Karpfenradio


Lasst die großen Fische schwimmen

Große Fische fangen und essen, die kleinen leben lassen. So lautet die logische Regel aller nachhaltigen Fischerei. Dumm nur, dass sie falsch ist.

Hier der Artikel aus dem Tagesspiegel


Fische, Fakten, Forschung

Prof. Dr. Robert Arlinghaus arbeitet darüber hinaus in seiner zweimonatlichen Kolumne spannende Themen rund um die Fischerei in dem Angelmagazin Rute & Rolle für Sie auf. Unter anderem wird hier auf das Angelverbot auf Wolfsbarsche in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die Verwendung von kleinen Haken oder auf Farbeffekte bei Kunstködern eingegangen. Alle bisher erschienen Artikel aus der Rute & Rolle finden Sie natürlich auch auf unserer Webseite…

Hier geht's zu allen populärwissenschaftlichen Artikeln



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