Liebe Freundinnen und Freunde der Angelfischereiforschung,

Herzlich willkommen zu unserem Weihnachts-Newsletter von IFishMan! Wir blicken auf das Jahr zurück und schauen nach vorne.

Wir wollen wir Ihnen die neuesten Aktivitäten bei IFishMan und die neuen Gesichter vorstellen. Außerdem wollen wir einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse geben und über die in diesem Jahr gestarteten neuen Projekte wie das BODDENHECHT-Projekt informieren. Darüber hinaus gibt es eine Vorstellung wichtiger Medienauftritte, bei denen IFishMan beteiligt war.

Wenn Sie weiterhin durch unseren Newsletter auf dem Laufenden gehalten werden möchten, müssen Sie nichts weiter unternehmen. Damit erteilen Sie uns die Genehmigung, Sie auch zukünftig per E-Mail über Projekte von IFishMan zu informieren. Falls Sie in Zukunft jedoch keine Informationen mehr von uns erhalten möchten, klicken Sie auf den Abmeldelink in der Fußzeile dieses Newsletters. Mit der Abmeldung werden Ihre Daten aus unserem Verteiler gelöscht.

Wir bedanken uns für die Mithilfe und wünschen eine unterhaltsame Lektüre unserer Projektnews!

Das IFishMan-Team



FEATURE

Fünf-Punkte-Plan zur Integration der von Anglern in eine nachhaltige Fischerei- und Gewässerschutzpolitik

Die Angelfischerei ist zu bedeutsam - sozial, ökonomisch und biologisch - um sie nicht optimal zu bewirtschaften. Gleichzeitig werden gerade auch hierzulande viele fischereiliche oder naturschutzfachliche Entscheidungen ohne Involvierung oder Berücksichtigung anglerischer Ziele gefällt. Viele Fischbestände, gerade die im Meer, werden zum Beispiel ausschließlich nach berufsfischereilichen Erwägungen bewirtschaftet.

In der wissenschaftlichen Literatur, insbesondere den Fachzeitschriften, die von allen und jedem gelesen werden (Science, Nature, PNAS), fand eine dezidierte Auseinandersetzung mit der Angelfischerei bisher nicht statt. Hier galt: Fischerei = Berufsfischerei. Seit diesem Jahr ist das anders, und darauf sind wir von IFishMan besonders stolz.

Denn IFishMan hat in Zusammenarbeit mit einem nationalen und internationalen Team von Ko-Autoren (Ökonomen, Biologen, Soziologen, Fischereiforscher) im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) einen Fünf-Punkte Plan für eine Reform der internationalen Fischereipolitik vorgelegt, der dazu aufruft, Angler und die spezifischen Eigenheiten der Angelfischerei besser in der Gewässerbewirtschaftung zu berücksichtigen, zum Wohl von Fisch, Angler und anderen Akteuren.

Wir hoffen, dass der Artikel eine weite Verbreitung findet. Viele der vorgeschlagenen Bewirtschaftungsanpassungen findet man in Deutschland schon umgesetzt oder man ist auf einem guten Weg dahin.

Zum englischsprachigen Artikel gelangt man hier 

Zur deutsprachigen Pressemeldung gelangt man hier

Und auch Science fand das Ganze ein Interview wert 



Publikationen

Rezensiert

IFishMan war dieses Jahr in zahlreichen wissenschaftlichen Fachzeitschriften vertreten und publizierte insgesamt über 20 Fachartikel. Im Folgenden wollen wir Ihnen ein paar davon vorstellen:

Managing river fish biodiversity generates substantial economic benefits in four European countries

Autoren: Carsten Riepe, Jürgen Meyerhoff, Marie Fujitani, Øystein Aas, Johannes Radinger, Sophia Kochalski, Robert Arlinghaus

Ökosysteme und Artenvielfalt bringen Vorteile für die Gesellschaft, aber viele von ihnen sind schwer zu quantifizieren. Beispielsweise ist aus ökonomischer Sicht unklar, ob europäische Gesellschaften überhaupt von Gewässern mit hoher einheimischen Artenvielfalt profitieren oder nicht. Ohne dieses Wissen sind Geldinvestitionen in ökologisch ausgerichtete Bewirtschaftungspläne schwer zu rechtfertigen. Ziel der Studie war es, aufzuzeigen, wie die Öffentlichkeit in vier europäischen Ländern die ökologischen Eigenschaften einheimischer Flüsse und die Ergebnisse hypothetischer Bewirtschaftungspläne für Flusseinzugsgebiete bewertet, um die Flussökosysteme, insbesondere die Artenvielfalt der Fische, zu verbessern. Dazu hat IFishMan ein Auswahlexperiment unter der allgemeinen Bevölkerung in Norwegen, Schweden, Deutschland und Frankreich durchgeführt. In allen Ländern zeigte die Bevölkerung ähnliche Vorlieben für bestimmte Gewässermerkmale wie hohe Badewasserqualität. Durch einen kleinen Trick konnten wir die Vorliebe der Menschen für Flussmerkmale wie hohe Artenvielfalt oder gute Zugänglichkeit an den Flüssen in Zahlungsbereitschaft umrechnen. Diese Zahlen drücken die Wertschätzung bzw. den Nutzen aus, die eine Flussverbesserung für die Menschen bedeuten würden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen Nutzen daraus ziehen, wenn sich die folgenden Flusseigenschaften künftig verbessern würden: verbesserte Zugänglichkeit der Flussufer, verbesserte Badegewässerqualität, erhöhte Artenvielfalt und verringerte Flussfragmentierung über Waasserkraft. Die Bürgerinnen und Bürger aller Ländern profitieren auch von der Präsenz bestimmter Fischarten, die in einem Fluss vorkommen, wobei einheimische Salmonidenarten, insbesondere in Norwegen, einen höheren Stellenwert als Nicht-Einheimische haben. Es wird geschlussfolgert, dass die ökologische Bewirtschaftung von Flüssen in allen untersuchten Ländern einen hohen Nutzen stiften würde, insbesondere durch die Verbesserung der Badewasserqualität, den Abbau von Wanderhindernissen und die Wiederherstellung ausgestorbener oder stark zurückgehender Flussfischarten wie Störe oder Lachse. Die Ergebnisse können helfen, Entscheidungen über Restaurierungsmaßnahmen zu treffen, indem sie den gesellschaftlichen Nutzen dieser Maßnahmen für die Menschen in Europa und in Deutschland aufzeigen.

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Feeding aquatic ecosystems: whole-lake experimental addition of angler’s ground bait strongly affects omnivorous fish despite low contribution to lake carbon budget

Autoren: Thomas Mehner, Tobias Rapp, Christopher T. Monk, Mara E. Beck, Ashley Trudeau, Mikko Kiljunen, Sabine Hilt, Robert Arlinghaus

Wie wirkt sich das Anfüttern auf Fische aus? IFishMan hat in einem Freilandexperiment Angelfutter wie Mais und Boilies in der Art und Menge in einen See eingebracht, wie es für intensives Karpfenangeln typisch ist. Anschließend wurde über die Fischortung das Verhalten von Karpfen und Schleie und das Wachstum von Fried- und Raubfischen als Reaktion auf die Zugabe von Angelfutter untersucht. Mittels stabilen Isotopen wurde ferner untersucht, bei welchen Organismengruppen das Angelfutter im Fischgewebe „ankam“. Verhaltensseitig zeigte sich eine sehr rasche Reaktion auf das Angelfutter. Karpfen und Schleien reduzierten ihre räumlichen Aktivitätsmuster stark und stellten sich auf die Futtergabe an den über den See verteilten Futterplätzen ein. Begleitende Angelfischerei zeigte auch, dass insbesondere auch Brassen sich auf den Futterplätzen einstellen und das freie Futter intensiv aufnahmen. Stabile Isotopenanalysen zeigten, dass insbesondere größere Exemplare von Karpfen, Brassen, Güstern, Schleie, Rotauge und Rotfeder erhebliche Mengen an Angelfutter aufnehmen und in das Muskelgewebe integrierten. Dabei unterschieden sich, was die einzelnen Tiere genau umsetzen: Karpfen und Schleie nutzen hohe Maisanteile, während Brassen und Rotaugen vor allem von Fischboilies profitierten. Darüber hinaus wurde eine signifikante Beschleunigung des Wachstums von Brassen und Güstern nach Einbringung von Angelfutter beobachtet, was höchstwahrscheinlich auf die energetischen Vorteile des Angelfutters zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu gab es bei Raubfischen keine Wachstumsbeschleunigung, was darauf hindeutet, dass sie nicht direkt oder indirekt von der Angelfutterzugabe profitierten. Das Angelfutter wurde auch nicht in Wirbellosen oder den Algen nachgewiesen, offenbar geht die neue Energie direkt in die Friedfische und beeinflusst die anderen Nahrungsnetzmitglieder wenig. Insbesondere grosse Cypriniden sind die Nutzniesser des Angelfutters, was die Tragekapazität von Seen für diese Fischarten steigert. Die langfristigen Folgen für die aufnehmenden Ökosysteme müssen weiter aufgeklärt werden.

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Angling selects against active and stress-resilient phenotypes in rainbow trout

Autoren: Barbara Koeck, Libor Závorka, David Aldvén, Joacim Näslund, Robert Arlinghaus, Per-Ove Thörnqvist, Svante Winberg, Björn Thrandur Björnsson, Jörgen I. Johnsson

Die Fangbarkeit einzelner Individuen einer Fischpopulation hängt zentral von der individuellen Entscheidung ab, den Köder aufzunehmen oder zu attackieren, Welche Merkmale das sind, ist schlecht verstanden. Zur Untersuchung der individuellen Fangbarkeit führte IFishMan in Zusammenarbeit mit schwedischen Verhaltensökologen Angelexperimente in replizierten Teichen durch. Erhoben wurden individuellen Verhaltensmerkmale wie Schwimmaktivität und die Stressanfälligkeit bei zwei Salmonidenarten, der Regenbogenforelle und der Bachforelle. Regenbogenforellen, insbesondere die aktiveren und stressresistenteren, zeigten eine deutlich erhöhte Anfälligkeit für das Angeln. Die Ergebnisse bei der Bachforelle waren hingegen weniger deutlich. Regenbogenforellen ließen sich insgesamt deutlich einfacher fangen als Bachforellen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Angeln auf die stressresistentesten und aktivsten Regenbogenforellenindividuen abzielt. Das könnte zur angelfischereilich-induzierten Evolution beitragen und die Tiere bevorteilen, die weniger aktiv, aber stressanfälliger sind. Das könnte Konsequenzen haben, wenn sich die Gewässer weiter erwärmen, was gerade für kälteliebende Salmoniden Stress bedeutet.

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Socially induced stress and behavioural inhibition in response to angling exposure in rainbow trout

Autoren: Magnus Lovén Wallerius, Albin Gräns, Barbara Koeck, David Berger, Erik Sandblom, Andreas Ekström, Robert Arlinghaus, Jörgen I. Johnsson

Es ist bekannt, dass Fische einiger Arten aus einem Hak- und Zurücksetzereignis lernen können und ihre künftige Fangbarkeit reduziert wird. Das bedeutet zunächst, dass Fische nach einer privaten Hak- und Zurücksetzerfahrung lernen, den Köder in der Zukunft stärker zu meiden. Das schließt nicht aus, dass Fische auch zurückgefangen werden können, bedeutet aber, dass das private Lernen das Wiederfangen schwieriger machen kann. Unklar ist, ob Fische auch soziales Lernen zeigen können, d.h. ob Fische, die einmal gefangene und zurückgesetzte Fische nur beobachten, ebenfalls ein Hakvermeidungsverhalten erlernen. In vorliegender Studie wurden die Auswirkungen privater sowie sozialer Hakereignisse auf Stressreaktion und Wiederfangwahrscheinlichkeit an Regenbogenforellen untersucht. Der Stress wurde anhand von Herzfrequenz-Loggern gemessen. Private und soziale Erfahrungen während des Angeln führten zu einer signifikant erhöhten Herzfrequenz bei Forellen im Vergleich zu naiven Kontrollfischen (s. rote Kurve in der Abbildung). Die Fische lernten aus der privaten Hakerfahrung und waren anschließend schlechter fangbar. Für das soziale Lernen rein über Beobachtung oder das „Erschnuppern“ von Gefahr fanden wir nur starke Trends, die aber statistisch gesehen nichtsignifikant waren. Forellen nehmen also durchaus wahr, wenn ein Artgenosse gefangen wird, reduzieren die eigene Fangbarkeit aber vor allem über die private Erfahrung mit einem Haken.

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Telemetry reveals the movement, fate, and lure-shedding of northern pike (Esox lucius) that break the line and escape recreational fisheries capture

Autoren: Christopher E. Pullen, Robert Arlinghaus, Robert J. Lennox, Steven J. Cooke

Es kommt ungewollt vor, dass die Schnur während des Drills reißt und die Fische mit dem Köder im Maul im Gewässer bleiben. Was dann passiert, wurde in dieser Studie experimentell nachgestellt. In Zusammenarbeit mit kanadischen Fischereibiologen haben wir von IFishMan Hechte mit speziell angefertigten Ködern, die Funksender in sich trugen, bestückt und in den Opinicon See in Kanada freigesetzt. Unterschieden wurden verschiedene Versuchsgruppen, die sich hinsichtlich der Hakenposition im Maul (Unterkiefer, Ober- und Unterkiefer, Kehle) sowie Hakentyp (mit Widerhaken und ohne Widerhaken) unterschieden, um Effekte auf das Überleben, das Verhalten und das Abschütteln des Hakens zu untersuchen. Die Studie umfasste 51 Hechte (522 ± 64 mm). Die Ergebnisse zeigen, dass die Schwimmdistanz nach dem Freilassen durch tiefes Einhaken im Unterkiefer signifikant verringert wird, jedoch alle Fische mit Ausnahme eines Fisches den Köder innerhalb von 14 Tagen verlieren. Die Verwendung von Widerhaken verlängerte die Zeit, die der Hecht benötigt, um die Köder zu verlieren. Es kann insgesamt davon ausgegangen werden, dass die meisten abgerissenen Hechte den Köder irgendwann verlieren. Nichtsdestotrotz erleichtert die Verwendung von Schonhaken das Abschütteln des Köders nach einem ungewollten Abriss. Natürlich sollten die Materialien ausreichend stark und sorgsam (Stahlvorfach!) gewählt werden, um solche für den Fisch mit Sicherheit stressenden Ereignisse generell zu vermeiden.

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Populär

Auch dieses Jahr veröffentlichte IFishMan eine Reihe populärwissenschaftlicher Artikel zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Doch lest selbst!


Fang dir deinen Hecht auf wissenschaftlich

Beißen die Hechte überhaupt nicht – oder wie wild –, wird schnell nach Gründen gesucht. Wetter, Köder, Angeldruck – es gibt etliche Faktoren, die scheinbar den Fangerfolg beeinflussen. Robert Arlinghaus deckt auf, was wirklich entscheidet...

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Barsche zuppeln auf wissenschaftlich!

Gummis fangen mehr als Blech, Profis mehr als Anfänger – so die landläufige Meinung. Aber ist da wirklich was dran, oder gehört diese Annahme ins Reich des Anglerlateins?

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Wo schwimmen sie denn?

Der Traum eines jeden Karpfenanglers ist es, den Standplatz seines Lieblingsfisches genau zu kennen. Und dieser Traum ist jetzt dank neuen und spannenden wissenschaftlichen Erkenntnissen Realität.

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Das Bild vom Angler -  wie die Öffentlichkeit über uns denkt

Die Gründe, weshalb man das Angeln liebt, sind vielfältig. Angler suchen und finden Ruhe und Entspannung, Nervenkitzel und tolle Erlebnisse in einer möglichst intakten Flora und Fauna. Aber wie ist die Sicht der Gesellschaft auf Angler?

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Hamburger Fischereigesetz wegweisend

Die Hansestadt hat vor allem durch das Entnahmefenster von sich Reden gemacht. Doch auch ansonsten gibt es für uns Angler viel Gutes an dem neuen Gesetz.

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Warum wir angeln

Kinder sind so unverschämt direkt, ehrlich und entlarvend. An ihnen und mit ihnen lässt sich so viel über das Wesen von uns Menschen erfahren. Das gilt auch für Angelmotive. Warum? Das erklärt dieser eher humoristische Beitrag.

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Auf der IFishMan Homepage finden sich noch viele weitere populärwissenschaftliche Artikel, einfach diesem Link folgen.

Hier finden Sie alle Publikationen aus dem Jahr 2019



AKTIVITÄTEN UND NEWS

Deutscher Hechtangler-Club e.V. spendet an IFishMan

Am Montag den 18.02.2019 besuchte uns Andreas Baake vom Deutschen Hechtangler-Club e.V. am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Er nahm am Arbeitsgruppentreffen teil und nutzte die Gelegenheit, uns persönlich einen Scheck über 1.000 € zu überreichen. Diese Spende dient der Unterstützung zukünftiger wissenschaftlicher Hechtstudien bei IFishMan.

Das gesamte IFishMan-Team bedankt sich vielmals für diese großzügige Geste seitens des Deutschen Hechtangler Clubs e.V. Wir werden das Geld zur Unterstützung von Studierenden, die sich den Themen Hechtangelfischerei widmen, einsetzen und damit z. B. den Kauf von Angelgeräten für Experimente oder die Fahrt zu einer Fachtagung finanzieren.

 


Robert Arlinghaus neuer Mitherausgeber des renommierten Fachjournals Fish and Fisheries

IFishMan-Leiter Robert Arlinghaus ist seit November Mitherausgeber der weltweit führenden fischereilichen Fachzeitschrift Fish and Fisheries (Wiley-Verlag). Die Rolle ist die Selektion von synthetischen Überblicksartikeln und die Begutachtung der Qualität der Einreichungen sowie die Entscheidung über die Annahme, Überarbeitung oder Ablehnung von Fachartikeln nach Einholung von anonymen Fachgutachten. Wir freuen uns über diese neue Aufgabe, um der Wissenschaftsgemeinschaft und Öffentlichkeit durch die Publikation von besonders wichtigen und robusten Studien zu dienen.



Öffentlichkeitsarbeit

Die Sicht der Gesellschaft auf das Angeln und der Konflikt mit dem Naturschutz

Im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen der Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung e. V. (NWA) am 02.06.2019 in Bramsche hielt IFishMan Leiter Robert Arlinghaus einen Vortrag, der die Rolle und Bedeutung der Angelfischerei in unserer Gesellschaft heute und morgen beleuchtete. Der Vortrag wurde aufgezeichnet und steht Ihnen hier als Download bereit.

Viel Spaß beim Nachhören wünscht das IFishMan Team!

 


Hand in Hand für eine nachhaltige Angelfischerei am Beispiel des Fischbesatzes

Am 13. März hielt IFishMan Leiter Robert Arlinghaus einen öffentlichen Abendvortrag an der Universität Koblenz-Landau im Rahmen der Tagung "Fisch & Gesellschaft". Dabei ging es um Konflikte zwischen Naturschutz und Angelfischerei am Beispiel des Fischbesatzes. Diese zu lösen verlangen ein Mit- statt Gegeneinander und die Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses über Bewirtschaftungsziele und angemessene Vorgehen in der fischereilichen Hege. Hier geht es zum Videomitschnitt des Vortrages.

IFishMan Team war auch weitern wissenschaftlichen Konferenzen vertreten, um die neuesten Studien vorzustellen und zu diskutieren. Beispiele umfassen: Biodiversität und Angelfischerei, Angelfischerei in Süßwasser Landschaften, Catch and Release Verhaltenseffekte auf Barsche und Karpfen, Selektion auf Verhalten von Hechten und vieles mehr. So waren wir beispielsweise bei der Gesellschaft für Ökologie in Münster oder auch bei der EIFAAC Tagung in Dresden vertreten. Einen Überblick über vergangene Vorträge und Veranstaltungen erhalten Sie hier. Bei Interesse an Vorträgen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 


Vortrag beim Deutschen Fischereitag

IFishMan-Leiter Robert Arlinghaus hielt am 21.08.2019 beim Deutschen Fischereitag in Magdeburg eine in Zusammenarbeit mit Robert Ahrens, Micheal Allen und Carl Walters im Kontext des BODDENHECHT-Projekts entstandene Studie zur Wirksamkeit von Entnahmefenstern vs. Mindestmaßen vor. Ein wesentliches Ergebnis: Entnahmefenster erreichen bessere Kompromisse als Mindestmaße und scheinen daher in vielen Situationen die günstigere Entnahmebestimmung in der Angelfischerei darzustellen.

Wer sich für die technischen Details der neuen Studie interessiert, kann schon einen Blick in das Preprint werfen.


Fischfetzen Podcast

„Gemeinsam auf der Suche nach Erkenntnis“

In dieser Folge begrüßte Sebastian Sturzbecher vom Podcast "Fischfetzen" Robert Arlinghaus von der Humboldt-Universität zu Berlin, mit dem er über dessen Arbeit am IGB sprechen durfte. Robert gab einen Einblick über die Projekte, die momentan bei IFishMan zum Thema Angelfischerei stattfinden. Darüber hinaus geht es auch um Themen wie Entnahmefenster, Angelguiding, die Arbeit der Angelvereine und vieles mehr. Den Podcast finden Sie in voller Länge hier. Darüber hinaus ebenfalls auf allen anderen gängigen Podcast Plattformen wie Spotify, ITunes sowie Soundcloud verfügbar.



NEUE PROJEKTE

Das neue Jahr brachte allerhand neue Herausforderungen mit sich und so konnte das IFishMan Team insgesamt drei neue Großprojekte starten, die wir euch natürlich nicht vor enthalten möchten.

BODDENHECHT

Das Projekt befasst sich mit der Hechtfischerei in den Boddengewässern rund um Rügen. Forschende arbeiten Hand in Hand mit Anglern, Fischern und anderen Interessensgruppen und Wissenschaftlern, um Einflussfaktoren auf die Boddenhechte zu erforschen, Wanderbewegungen zu analysieren, Laichgebiete einzugrenzen und die sozio-ökonomische und touristische Bedeutung der angel- und erwerbsfischereilichen Nutzung der Boddenhechtbestände für die Region zu quantifizieren. Das Projekt hat eine Laufzeit von insgesamt vier Jahren. Im vergangenen Jahr fanden umfangreiche Gespräche und Gesprächsrunden mit Interessensvertretern vor Ort statt, die dazu dienten, ein gemeinsames Problemverständnis zu erarbeiten. Im nächsten Jahr geht es mit Befragungen und telemetrischen Studien an den Bodden weiter. Alle Informationen rund um das BODDENHECHT Projekt finden Sie hier.


Aquatag

In diesem Projekt wird den Anglern „in den Kopf“ geschaut. Konkret gilt es herauszufinden, nach welchen Kriterien Angler ihre Gewässer auswählen und welche Präferenzen sie haben. Andere Teilprojekte bei Aquatag stellen ähnliche Fragen zu anderen Gewässernutzungsgruppen. Am Ende sollen Lösungen entwickelt werden, wie die Erhöhung des Freizeiterlebnisses mit Ansprüchen des Natur- und Artenschutzes an den Gewässern in Einklang gebracht werden können.


marEEshift

In diesem Kooperationsprojekt werden die Grundlagen einer nachhaltigen Angelfischerei auf den Westdorsch erarbeitet. Hintergrund ist die Annahme, dass es beim Westdorsch zu einem ökologischen Kipppunkt gekommen ist, der die Produktivität des Bestands beschränkt. Es wird der Frage nachgegangen, wie die gemeinsam von Berufs- und Angelfischern genutzten Bestände nachhaltig befischt werden können.



Lebende Fischkarten

Unsere lebenden Fischkarten gingen in die finale Runde, und wir konnten eine komplette Saison des Fischverhaltens von mehreren Fischarten (Hecht, Wels, Barsch, Schleie, Karpfen) abschließen. Für alle, die bisher unsere Videos zum Fischverhalten verpasst haben: Die Forscher des IFishMan-Teams sind der spannende Frage nachgegangen, wie sich Fische in einem natürlichen Gewässer verhalten. Grundlage der Analysen war eine weltweit einzigartigen Fischtelemetrieanlage, die es vermag, den gesamten See darzustellen. Das Projekt besteht in der Aufarbeitung der Daten in einer ansprechenden Form für Jedermann, federführend umgesetzt durch den Postdoc Christopher T. Monk und den Arbeitsgruppentutor Philipp Czapla. Im monatlichen Rhythmus erstellten wir verschiedene Videos für jede Fischart einzeln und dann kombiniert als Mehrartenvideo, um Ihnen Einblicke in die Unterwasserwelt zu gewähren. Auf unserer Webseite, unserem Youtube-Channel und bei Facebook finden Sie alle Videos (knapp 100 Videos) der letzten Monate.

Viel Spaß beim Stöbern!

Hier finden Sie alle Videos



VERANSTALTUNGEN

Telemetrie Workshop

Am 12. und 13. November traf sich die von Alter-Net finanzierte Lake Fish Telemetry Group in Berlin am IGB und der HU zu ihrem zweiten Workshop, den IFishMan mitorganisierte. Teilnehmer aus ganz Europa und internationale Telemetrieexperten aus Kanada und Israel diskutierten gemeinsam, wie unterschiedliche hochaufgelöste Telemetrie-Datensätze aus unterschiedlichen Gewässern kombiniert werden können, um folgende Fragen zu beantworten: Wie verhalten sich Fische im Winter? Wann und wo ruhen die Fische? Wie kann die Gestaltung von Schutzgebieten verbessert werden? Der Workshop wurde von Christopher Monk und Ivan Jaric am IGB Berlin und an der Humboldt-Universität zu Berlin organisiert und von Robert Arlinghaus, Christopher Monk, Andrea Campos-Candela, Henry Hansen, Max Rieble und Leander Höhne vom IFishMan-Team besucht.


BAGGERSEE Workshops

Im vergangen Jahr fanden wieder umfangreiche Workshops mit den koopierenden Angelvereinen im BAGGERSEE-Projekt statt. Wir freuen uns über sehr gut besuchte Veranstaltungen, die großen Spaß bereitet und viele interessante Diskussionen hervorgebracht haben. „Beide Seiten haben sehr viel voneinander gelernt“, so BAGGERSEE- Umsetzungsleiter Dr. Thomas Klefoth. Der Anglerverband Niedersachsen e.V.-Biologe war gemeinsam mit Sven Matern (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei) und Dr. Jürgen Meyerhoff von der Technische Universität Berlin in unseren Projektvereinen unterwegs.


BODDENHECHT-Aktivitäten

Projektbekanntmachungen und viele persönliche Gespräche

Den gesamten Sommer und Herbst hat das Team von IFishMan im Projekt BODDENHECHT damit verbracht, unterschiedliche Interessengruppen zum Thema „Boddenhecht“ zu Wort kommen zu lassen und so besser zu verstehen, was den Leuten vor Ort rund um den Hecht „auf der Seele brennt“. Wir waren u. a. auf der Messe „Boot+Angeln, Wassersport“ in Rostock und auf der „Fishing Masters Show on Tour“ in Stralsund vertreten. Außerdem war das Projektteam beim Landesverband der Kutter- und Küstenfischer e.V., beim Regionalanglerverband Nordvorpommern e.V., beim Biophärenreservat Südost-Rügen und beim Nationalpark Jasmunder Boddenlandschaft.

Überdies haben wurden mehr als 40 mehrstündige Interviews mit allen an der Hechtfischerei an den Bodden beteiligten Interessengruppen geführt – lokale wie touristische Angler, Anglerverbände, Guiding, Berufsfischerei, Großhandel, Naturschutz, Wissenschaft, Wasserwirtschaft – alle waren gerne bereit, uns unsere Fragen stellen zu lassen und trugen ihren Teil und Ihr Wissen zu einem gemeinsamen Verständnis zusammen. Vielen herzlichen Dank für all die zur Verfügung gestellte Zeit und die vielfältigen Einsichten!



BODDENHECHT Arbeitsgruppe trifft sich zum ersten Mal

Alle Perspektiven, Ansichten und Herausforderungen die Boddenhechte betreffend, die wir das Jahr über bereits in qualitativen Interviews sammeln konnten, bündelten sich in einem gemeinsamen ersten Treffen der frisch gegründeten BODDENHECHT Arbeitsgruppe. Am 29.11.2019 verbrachten Vertreter verschiedener Interessengruppen (Fischer, Angler, Guides, Naturschutzakteure, Fischereiverwaltung, Fischereiaufseher, Tourismus und Wissenschaft) im Nautineum in Stralsund einen gesamten Tag, um Herausforderungen der Hechtfischerei zu definieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Zielvorstellungen zur zukünftigen Bewirtschaftung der Boddenhechtbestände zu erarbeiten, die zu Projektende dem Ministerium von Mecklenburg-Vorpommern als konkrete Maßnahmenempfehlungen an die Hand gegeben werden. Die unabhängige Moderation übernahm Dr. Alistair Bath, Professor für Ressourcenmanagement an der Memorial Universität Neufundland (Kanada). Professor Bath führt weltweit Moderationen zum Management konfliktträchtiger Wildtierarten wie Wolf, Bär, Bison durch. Erste Arbeitsergebnisse umfassen die Erarbeitung des Problemverständnisses, einer positiven Zukunftsvision zum Boddenhecht in 15 Jahren, wesentliche Hürden zur Erreichung der Vision und zentrale Wissenslücken, die wenn möglich geschlossen werden sollen. Allen Teilnehmern sei für die Bereitschaft, gemeinsam am Thema zu arbeiten und in sehr positiver Atmosphäre zu diskutieren, gedankt. Dieses Treffen war aufgrund der unüblichen Methodik sicherlich für alle ein anstrengend voller Tag, aber es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, um gemeinsam und auf Augenhöhe an größeren gemeinsamen Zielen zu arbeiten.




Abschlüsse

Wir betreuen Abschlussarbeiten aller Art, sowohl Studienprojekt-, Bachelor- oder Masterarbeiten als auch Promotionsarbeiten werden immer wieder von uns angeboten und in einem kompetenten wissenschaftlichen Umfeld betreut. Interesse geweckt? Auf unserer Webseite finden Sie eine Vielzahl von Themen, die nur darauf warten, genauer erforscht zu werden. Das ist nur eine Auswahl, wir können jederzeit auch individualisierte Themenideen besprechen und vergeben, gerne auch an externe Studierende. Schreiben Sie uns einfach an!

Auch dieses Jahr waren die Studenten wieder sehr fleißig und konnten hierbei zwei sehr umfangreiche Studien im Rahmen ihrer akademischen Ausbildung abschließen.


The impact of size-selective fisheries on the consistency of personality traits in guppies (Poecilia reticulata)

Autoren: Kim Fromm

Die fischereibedingte Sterblichkeit ist bei adulten Fischen in den genutzten Fischbeständen wesentlich größer als die natürliche Sterblichkeit, zudem wirken Fanggeräte größen- und auch verhaltensselektiv. Anhand von Guppies (Poecilia reticulata) wurde im Labor erforscht, ob größenselektive Fischerei ungewollt auch zur Evolution von Verhaltensmerkmalen führt. Die Masterstudentin Kim Fromm fand dabei heraus, dass Guppies, die aus einer experimentell nach Mindestmaß selektierten Population stammten, mutiger waren als Guppies, die nach Maximalmaß oder zufällig nach Größe selektiert waren. Diese Ergebnisse können durch die erhöhte Sterblichkeitsrate erklärt werden, die bei Fischen, die mit Mindestmaßen gefischt werden, zu einer so genannten "fast life-history" führt. Eine "fast life- history" ist mit mutigem Verhalten assoziiert. Im Freiland wirkt die Fischerei nicht nur auf Größe, sondern auch auf das Verhalten selbst, so dass die Guppy-Studie nicht 1:1 auf die Bedingungen im Freiland übertragen werden kann. Dort erwarten wir eher eine Förderung von geringer Mutigkeit (sog. Schüchternheits-Syndrom, Arlinghaus et al. 2017).

Zur Studie


Growth of Eurasian Perch (Perca fluviatilis) in small gravel-pit lakes: a cross-lake comparison

Autoren: Leander Höhne

Masterstudent Leander Höhne - Student des Studiengangs Fischereiwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin - hat im Rahmen seiner Studienprojektarbeit das Wachstum von Flussbarschen aus Seen des BAGGERSEE-Projektes untersucht. Die Studie zeigt auf, welche Umweltfaktoren (z.B. Nährstoffgehalt, Ausdehnung des Ufers, Beutefischvorkommen oder Gewässertiefe) das Wachstum der Barsche in Baggerseen am besten erklären. Ein Hauptergebnis: Insbesondere die Prädatorendichte, die Seetiefe und die Länge der Uferlinie bestimmen das Barschwachstum positiv.

Zur Studie




Neue Gesichter

Max Birdsong

Ich bin Max Birdsong, habe meinen Master an der Auburn University in den USA abgeschlossen und mich hierbei mit den menschlichen Dimensionen des Jagens befasst. Im Juni 2019 habe ich meine Promotion am IGB als Teil des AQUATAG-Teams begonnen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Vorlieben und Auswirkungen verschiedener Gewässernutzer zu verstehen. Meine Promotion befasst sich mit den Faktoren, die die Zufriedenheit und das räumliche Verhalten von Anglern in Deutschland, bestimmen.

Thang Dao

Ich heiße Thang Dao und bin ein Ökonom aus Vietnam. Mein Forschungsschwerpunkt ist Umwelt- und Ressourcenökonomie. Vor meiner Tätigkeit bei IFishMan habe ich mich mit den ökonomischen Wirkungen des Klimawandels am Mercator Institut auseinandergesetzt. Bei IFishMan bin Teil des marEEshift-Projekts. Mittels theoretischer ökonomischer Modelle, versuche ich, Lösungen zur Bewirtschaftung von Fischpopulationen wie den Westdorsch zu erarbeiten, die sowohl den Interessen der Erwerbsfischer als auch denen der Angler entgegenkommen und dabei ökologisch gesehen nachhaltig sind.


Jan Droll

Mein Name ist Jan Droll, habe einen Bachelor-Abschluss in Biologie und habe meine Bachelorarbeit über die Parasitengemeinschaften des europäischen Aals geschrieben. Momentan mache ich meinen Master an der Humbolt-Universität zu Berlin in der Fachrichtung Fisch Biologie, Fischerei und Aquakultur und schreibe meine Masterarbeit innerhalb des BODDENHECHT Projektes überWachstumsunterschiede von Hechtpopulationen in Süß- und Brackwasser. Zur Altersbestimmung entnehme ich den Fischen verschiedene verknöcherte Strukturen, wie Schuppen und Knochen. Des Weiteren arbeite ich innerhalb des BODDENHECHT Projektes als studentische Hilfskraft und übernehme die Kommunikation mit Angelguides rund um die Boddengewässer.

Rob von Gemert

Ich bin Rob von Gemert, komme aus den Niederlanden und habe an der Universität in Wageningen meinen M. Sc. Biologie mit dem Schwerpunkt Marine Biologie abgeschlossen. Hier habe ich unter anderem das Verhalten von Dreistachligen-Stichlingen untersucht. Danach promovierte ich am Zentrum für ozeanische Wissenschaften beim Nationalen Institut für Aquatische Ressourcen (AQUA) und der Technischen Universität von Dänemark. Mittels fischereibiologischer Modelle habe ich hier vor allem die Wechselwirkungen zwischen größenstrukturierten Fischpopulation und den Fischereireferenzpunkten in der Bewirtschaftung untersucht. Seit 2019 bin ich Wissenschaftler im BODDENHECHT Projekt. Hier untersuche ich mittels bestandskundlicher Modelle den Zustand und mögliche Bewirtschaftungszenarien bei Boddenhechten.


Henry Hansen

Ich heiße Henry Hansen, komme aus Minnesota, USA, habe meinen Bachelor in Umweltwissenschaften (University of Wisconsin) und meinen Master in Naturressourcenwissenschaften (University of Nebraska) absolviert. Hierbei beschäftigte ich mich hauptsächlich mit Limnologie, Fischerei- und Fischbiologie. Innerhalb des BODDENHECHT Projektes widme ich mich im Rahmen meiner Doktorarbeit nun den Hechten in den Boddengewässern rund um Rügen und untersuche u.a. die Biologie und das Wanderverhalten der Tiere.

Dieter Koemle

Ich bin Dieter Koemle und komme aus Graz, Österreich. Ursprünglich komme ich aus der Agrarökonomie, habe zunächst Agrarwissenschaften (Bachelor) und anschließend Agrarökonomie (Master) an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert. Promoviert habe ich an der Universität Göttingen mit der Spezialisierung auf angewandte Ökonometrie sowie Agrar- und Umweltpolitik. Im Rahmen des BODDENHECHT-Projekts bin ich für die Analyse der "menschliche" Komponente der Boddenhechte zuständig. Dies beinhaltet u.a. Untersuchungen zu Einstellungen, Perspektiven und Verhalten von Anglern, Fischern und anderen Akteursgruppen.


Dominique Niessner

Mein Name ist Dominique Niessner. Ich bin Geographin mit Spezialisierung auf Umwelthydrologie – sprich alles, was mit Wasser zu tun hat: Wasserressourcenmanagement, Hochwasserschutz, klimatische Einflüsse auf das Wasserregime, Stoffflüsse (M.Sc. Geographische Wissenschaften – Umwelthydrologie). Durch meinen Werdegang und mein Bachelor-Studium in Greifswald bin ich nach wie vor stark mit der Region Vorpommern verwurzelt, und so verbringe ich auch privat viel Zeit an Mecklenburg-Vorpommerns Küsten sowie in und auf den Bodden. Im Projekt BODDENHECHT übernehme ich die Projektkoordination, die Kommunikation mit involvierten und kooperierenden Fischern, Anglern und Guides sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Teile der Administration rund um die Boddenhechte und das Projekt.



Medienecho

Die Medien werden heutzutage immer wichtiger und machen natürlich auch nicht vor der Wissenschaft halt. Hier ein paar Auszüge von Medienberichten mit IFishMan-Beteiligung.

Rute raus der Spaß beginnt

Karpfen sind schlau und lassen sich nicht ohne weiteres von Anglern überlisten. Fischversteher Robert Arlinghaus hat das Verhalten von Karpfen wissenschaftlich untersucht und war zusammen mit Horst Henning und Heinz Galling auf der Suche nach unseren größten Friedfischen. Zusammen waren die drei an der Spree inmitten der Hauptstadt unterwegs mit dem Versuch, einen Brocken ans Band zu bekommen.

Hier geht’s zum kompletten Video


Kannibalen auf Kuschelkurs

Der Hecht ist der gefräßigste Räuber im Süßwasser. Wen er mit seinen 700 nadelscharfen Zähnen einmal zu fassen bekommt, für den gibt es kein Entrinnen mehr. Im Frühling aber versammeln sich Hecht-Damen und -Männchen in den Flachwasserbereichen und sind auf Kuschelkurs.

 

Den Fernsehbeitrag finden Sie kostenfrei hier



Aufruf

Boddenhecht-Angler Gesucht!

In unserem BODDENHECHT-Projekt sind wir auf der Suche nach Hechtanglern, die bis zur nächsten Schonzeit und gerne auch darüber hinaus ihre Hechtfänge, vor allem die Hechtlängen und die gefischte Zeit, in Boddengewässern um Rügen protokollieren.  

Hintergrund: Wir sind im Rahmen des BODDENHECHT-Projekts zur Ableitung des Hechtbestandszustands auf Informationen zur Größenstruktur der Hechte im Gebiet angewiesen. Das Angeln stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, diese Größenstruktur zu erheben. Uns geht es nicht um das Herausfinden der besten Hechtspots, sondern darum, zu erfahren, wie lang die Hechte im Fang der Angler sind. Diese Daten sollen Aussagen zum Bestandszustand über das Angeln hinaus erlauben.

Ziel: Idealerweise finden sich je Boddengebiet 10 regelmäßig auf Hecht angelnde Angler. Wir suchen Angler an folgenden Gebieten: Peenestrom, Greifswalder Bodden, Strelasund, Kubitzer Bodden, Schaproder Bodden/Westrügen, Grosser Jasmunder Bodden, Kleiner Jasmunder Bodden und Darß-Zingster-Boddenkette (vor allem Grabow).

Wir suchen vor allem private Angler, aber auch Guides, sofern wir Euch nicht schon kontaktiert haben oder Ihr jetzt Lust bekommen habt. Wir würden die Protokolle zur Verfügung stellen. Es geht vor allem um das Notieren von Anzahl und Länge sowie gefischter Zeit. Das ist rasch erledigt! Noch einmal: Es geht nicht darum, ganz konkrete Fangorte zu erfahren!

Wer Hechte mitnimmt, kann gerne weitere Daten wie Schuppenproben, Köpfe oder auch Gewebeproben zum Projekterfolg beitragen. Bitte kommt auf uns zu!

Wer Interesse hat, mitzumachen, den bitten wir, sich kurz per Email bei unserem Masterstudenten Jan Droll (droll@igb-berlin.de) zu melden, der das ganze koordiniert. Jan Droll wird sich dann bei Euch melden. Alle teilnehmenden "Wissenschaftsangler" kommen in den Genuss der neuesten Erkenntnisse zum Boddenhecht und werden zu öffentlichen Veranstaltungen rund um den Boddenhecht eingeladen. Alle teilnehmenden Angler nehmen auch an einer Verlosung von hochwertigen Angelgerät teil.



Vorankündigung

Fangmeldung markierter Boddenhechte

Wandern Boddenhechte zwischen den einzelnen Boddengewässern in Mecklenburg-Vorpommern und wenn ja, wie weit eigentlich? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, sind wir im kommenden Jahr 2020 auf Ihre Unterstützung angewiesen – die der Angler, Guides und Fischer! Im Projekt  BODDENHECHT werden wir zusammen mit Boddenfischern im kommenden Frühjahr 2020 in den verschiedenen Bodden Hechte mit Hilfe von Bügel- und Kummreusen fangen, markieren, einige mit Sendern oder Marken versehen und sie wieder in die Bodden entlassen. Die Markierungen sind teilweise mit geldwerten Prämien versehen, die Sie für die Rückmeldung Ihres Fangs erhalten. Jeder Meldende kann darüber hinaus an der Verlosung von Gewinnen teilnehmen. Neben Erkenntnissen zum Wanderverhalten der Hechte, erwarten wir über die Daten Rückschlüsse zu dem Größenzuwachs und zu Laichgebieten. Alle Informationen rund um die Meldung gefangener markierter Boddenhechte finden Sie hier (http://www.boddenhecht-forschung.de).



www.ifishman.de


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