Institutional change and persistence in german recreational-fisheries governance in response to external and internal challenges

Doktor

Abstract (English)

New institutional economics (NIE) offers a vibrant research area of developed concepts and theories to explain institutional change and persistence in natural resource governance. However, two restrictions can be identified and are addressed in this work. First, the conceptualization of nature-related transactions requires more analytical and empirical attention in research about human motivations in institutional change processes than has previously been given by NIE studies. Second, the recent inclusion of systems-based analytical concepts from the resilience school to explain institutional change and persistence in natural resource governance is stressed, and researchers are encouraged to extend their research in this area. This enhanced NIE perspective is illustrated using German recreational fisheries(GRF) governance, which is investigated in two contextual situations: 1) the differently arranged governance structures in East and West German recreational fisheries and 2) the various challenges (external shock vs. internal modest dynamics) prompting reactions such as institutional change for GRF governance. The results show that institutional change and alignment of governance structures can be differently organized and questions general determinism towards the organization of governance systems of natural resources. In detail, the results suggest that in situations with modest challenges common for GRF governance decision making, managers align their governance structures, based on changes in property rights institutions, with different properties of the nature-related transactions. For example, incases of perceived resource scarcity and emerging rivalry among resource users, GRF managers tend to locally organize property rights institutions with strengthened exclusion and with drawal regulations. However, my research has also revealed that multiple sets of reasons influence human decision making about institutional change and persistence. For example,when challenged by external fundamental shocks such as the German reunification in 1990, GRF managers tended to preserve customary institutions, minimize transaction costs of change, and maintain powerful positions. However, some exceptions in the results also demonstrate that the characteristics of the context can be leveraged by actors' motivations, revealing that actor-based theories from NIE are decisive for explaining institutional change and persistence in natural resource governance. The inclusion of system-based concepts from resilience thinking allows assessment of changes and persistence in structure and functions within the social system of GRF governance and identification of phases of reorganization after the external shock of German reunification. Yet, the combination of NIE and resilience thinking involve potential jeopardises if concepts are mixed without adequate clarification of meaning, necessitating careful conceptual and terminological bridging between the approaches. Therefore, I have developed a detailed analytical framework for studying institutional change and persistence in natural resource governance aimed at guiding future research.

Abstract (German)

Die Neue Institutionenökonomie (NIÖ) stellt umfangreiche Konzepte und Theorien bereit, um institutionellen Wandel und Persistenz in der Governance natürlicher Ressourcen zu erklären. Jedoch können zwei Grenzbereiche festgestellt werden, die in dieser Arbeit thematisiert werden. Erstens erfordert das Konzept der naturbezogenen Transaktionen höhere analytische und empirische Aufmerksamkeit in Studien zu menschlichen Motivationen und ihr Handeln in Prozessen institutionellen Wandels. Zweites wird seit einiger Zeit die Einbindung systembasierter analytischer Konzepte des Resilienz-Ansatzes in Untersuchungen institutionellen Wandels gefordert. Diese Arbeit erforscht diese beiden Restriktionen am Fallbeispiel der Angelfischerei in Deutschland, die im Blickwinkel von zwei Kontexten untersucht wird: 1) unterschiedliche Governance-Strukturen zur Angelfischerei in Ost- und Westdeutschland, und 2) unterschiedliche Herausforderungen (externer Schock vs. interne gemäßigte Dynamiken) für die Governance-Struktur, auf die sie z.B. mit institutionellen Wandel reagieren kann oder muss. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass institutioneller Wandel und die Ausrichtung von Governance-Strukturen unterschiedlich organisiert werden und demzufolge ein genereller Determinismus bezüglich der Organisation von Governance natürlicher Ressourcen angefechtet werden kann. Die Ergebnisse zeigen im Detail, dass in Situationen mit gemäßigten bekannten Herausforderungen die Governance-Strukturen mit Hilfe institutionellen Wandels an die Eigenschaften der naturbezogenen Transaktionen angepasst werden. Zum Beispiel, wenn Angler eine Verknappung ihrer Fischbestände wahrnehmen und daraus eine Rivalität zwischen ihnen entsteht, gibt es eine Tendenz, die Governance-Struktur lokal zu organisieren und Zugangs- und Nutzungsregeln zu verschärfen. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass multiple Motivationen existieren, um einen institutionellen Wandel durchzuführen oder eben auch nicht. Zum Beispiel zeigt sich in der Governance der ostdeutschen Angelfischerei, die während der deutschen Wiedervereinigung 1990 einem starken Druck zur schnellen Anpassung an ein neues Gesellschaftssystem ausgesetzt war, dass deren Manager die gewohnten Regeln soweit wie möglich beibehalten, die Kosten eines institutionellen Wandels minimieren und ihre einflussreichen Positionen beibehalten wollen. Ausnahmen in den Ergebnissen zeigen aber auch, dass die Besonderheiten des Kontextes durch die Motivationen der Akteure ausgehebelt werden können. Das zeigt, dass akteursbasierte Theorien der NIÖ entscheidend sind, um menschliches Handeln bezüglich institutionellen Wandels und Persistenz in der Governance natürlicher Ressourcen zu erklären. Die Einbindung systembasierter Konzepte des Resilienz-Ansatzes hilft dabei Struktur und Funktion des Systems zu definieren und verschiedene Phasen des Wandels zu beschreiben. Die Verbindung von NIÖ mit dem Resilienz-Ansatz bedingt eine Art Brückenbildung zwischen den unterschiedlichen Konzepten und einer genauen Klärung der Terminologie. Dazu wurde in der Arbeit ein Analyserahmen entwickelt, der für zukünftige Forschung genutzt werden kann.

Daedlow, K. (2014). Institutional change and persistence in german recreational-fisheries governance in response to external and internal challenges. Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin


Veröffentlicht: 2014
Erschienen in: Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin / Leibniz-Universität für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin