Letale und subletale Auswirkungen von Fangen-und-Zurücksetzen: Meta-Analyse verfügbarer Literatur und Empfehlungen für das angelfischereiliche Management in Deutschland

Bachelor

In Süßwasserökosystemen ist die Angelfischerei die dominierende Fischereiaktivität. Deshalb unterliegen viele Oberflächengewässer einem angelfischereilichem Management. Viele Bestimmungen, wie z.B. Mindestmaße, haben das Ziel zum Fischbestandserhalt beizutragen und verlangen das schonende Zurücksetzen von Fischen. Da das freiwillige Fangen-und-Zurücksetzen von maßigen Fischen in Deutschland aktuell stark diskutiert wird und in Deutschland untermaßige und/oder ungewünschte Arten zurückgesetzt werden, ergab sich die Dringlichkeit einer zusammenfassenden Studie über die letalen und subletalen Auswirkungen des Fangen-und-Zurücksetzens auf in Deutschland heimische Fische. Das Ziel dieser Studie war es die Beweg- und Hintergründe für das Fangen-und-Zurücksetzen, die ökologische Notwendigkeit von Fangen und-Zurücksetzen sowie die letalen und subletalen Auswirkungen des Fangen-und-Zurücksetzens zu erläutern und zu bewerten. Um Empfehlungen für das deutsche Fischereimanagement geben zu können, wurde eine Meta-Analyse von Studien zur Mortalität von Fischen nach dem Fangen-und-Zurücksetzen (n = 100) durchgeführt. Weiterhin wurden die Determinanten der letalen und subletalen Effekte des Fangen-und-Zurücksetzens untersucht. Es wurden Studien zu 17 in Deutschland heimischen oder nahe verwandter Fischarten ermittelt. Die durchschnittliche Hakmortalität (± SD) aller Fischarten betrug 15,6 ± 20,3%. Dabei wurde in über 50% der Studien eine Hakmortalität von unter 10% beschrieben. Die Hakmortalität (± SD) innerhalb der Fischarten variierte zwischen 0,1 ± 0% (Salvelinus leuconaenis (Pallas)) und 27,2 ± 21,4% (Oncorhynchus kisutch (Walbaum)). In der Untersuchung der Determinanten der Hakmortalität wurden signifikante Einflüsse der Wassertemperatur (p = 0,007), der Köderart (p = 0,008) und der Verwendung von Widerhaken (p = 0,016) ermittelt. Die Hakenart und die Fischlänge hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Hakmortalität. Weitere Determinanten der Hakmortalität sowie die subletalen Effekte des Fangen-und-Zurücksetzens wurden narrativ als Literaturdiskussion dargestellt. Aus den Erkenntnissen der Literaturanalyse wurde abgeleitet, dass das partielle oder totale Fangen-und-Zurücksetzen unter Beachtung und Eindämmung der möglichen Determinanten für die Hakmortalität eine Managementmaßnahme darstellt, die die angelfischereiliche Sterblichkeit substantiell reduzieren kann.

Hühn, D. (2006). Letale und subletale Auswirkungen von Fangen-und-Zurücksetzen: Meta-Analyse verfügbarer Literatur und Empfehlungen für das angelfischereiliche Management in Deutschland. Bachelor Thesis, Humboldt-Universität zu Berlin / Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin


Veröffentlicht: 2006
Erschienen in: Bachelor Thesis, Humboldt-Universität zu Berlin / Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin