Angler und Naturschützer besuchten BAGGERSEE-Vortrag

Baggersee

Baggerseen sind kleine Paradiese um die Ecke, die besonders im Sommer Millionen Menschen anlocken, aber auch für viele Tier- und Pflanzenarten zu einem wichtigen Lebensraum geworden sind. Dabei stehen Naturschutz und Naherholung oft im vermeintlichen Widerspruch. Im Forschungsprojekt BAGGERSEE testen Angler gemeinsam mit Wissenschaftlern, wie man die Artenvielfalt an Baggerseen fördern kann. Davon sollen die Natur und der Mensch gleichermaßen profitieren. In einem Vortrag im Rahmen der Deutschen Aktionstage für Nachhaltigkeit (DAN); www.tatenfuermorgen.de; stellte BAGGERSEE-Umsetzungsleiter Dr. Thomas Klefoth das Projekt und erste Forschungsergebnisse am 05. Juni in Hannover vor.

 

 

Trotz brütender Hitze kamen an dem Juniabend einige interessierte Angler und Naturschützer ins Stadtteilzentrum KroKuS in Hannover (Bemerode) zum Vortrag des AVN-Biologen Dr. Thomas Klefoth und der sich daran anschließenden regen Diskussion. Die knapp neunzigminütige Veranstaltung begann zunächst mit allgemeinen Fakten über die Entstehung von Baggerseen, dem Rückgang der Süßwasserbiodiversität und der Bedeutung von Baggerseen als Ersatzlebensraum und der Angler als Gewässermanager und Baggersee-Experten. Zudem stellte Klefoth BAGGERSEE und die ersten Forschungsergebnisse des Projekts vor.

Angler werten Baggerseen auf

So weisen von Anglern bewirtschaftete, künstlich entstandene Seen im Vergleich zu unbewirtschafteten Baggerseen einen vergleichbaren Naturschutzwert und eine deutlich höhere Fischartenvielfalt auf. In den untersuchten bewirtschafteten Baggerseen kamen in der Regel sieben bis elf verschiedene Fischarten vor, in den unbewirtschafteten rund drei bis fünf. „Angler werden von Naturschützern oft als Störfaktor am Gewässer gesehen. Unsere Forschung belegt jedoch, dass Freizeitfischer vor allem als Heger von Gewässern wirken, indem sie den Lebensraum von Baggerseen verbessern und zudem artenreiche und natürliche Fischgemeinschaften etablieren.“ erläuterte Klefoth, bevor er die BAGGERSEE-Strukturverbesserungsmaßnahmen wie die durchgeführten Totholzeinträge und neu geschaffenen Flachwasserzonen ausführlich vorstellte.

Erfolgreiche Kommunikation: BAGGERSEE macht Schule

Mit der Veranstaltung sollte der Austausch zwischen Öffentlichkeit, Anglern und Naturschutz vorangebracht werden, damit möglichst viele Angelvereine, Naturschützer und andere Personen dazu animiert werden, ähnliche Aktionen durchzuführen. Erfreulicherweise ist dies bereits der Fall: Mehrere Vereine haben bereits in Rücksprache mit dem AVN-Biologen in Eigenregie Totholz ins Gewässer eingebracht oder sogar ein neues Flachwasserareal geschaffen. So saßen auch am beim Vortragsabend mehrere Mitglieder des Vereins Nordharzer Sportfischer aus Goslar im Publikum. Der Verein hat bereits ein eigenes Totholzprojekt erfolgreich durchgeführt.

 

 


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