Landsman-2011-Esox masquinongy

ifishman ID: 1542

Landsman, S.J., Wachelka, H.J., Suski, C.D., Cooke, S.J. 2011. Evaluation of the physiology, behaviour, and survival of adult muskellunge (Esox masquinongy) captured and released by specialized anglers. Fisheries Research 110: 377-386.

Einordnung / Kategorisierung

Auswirkungen:
Sterblichkeit

Waidgerecht-Empfehlung

Beim Angeln auf große Hechtartige entsprechend starkes Gerät verwenden, Fische schnell landen und idealerweise Unterwasser abhaken (schwer zu lösende Haken mit Seitenschneider abtrennen) und Luftkontakt so gering wie möglich halten (unter 90 Sekunden), um Sterblichkeit zu minimieren.

1. Zusammenfassung der Methode 

In zwei Flüssen (Ottawa und Rideau River, Canada) wurden in den Jahres 2009 und 2010 insgesamt 77 große Muskies zwischen 80 und 132 cm Länge bei Wassertemperaturen zwischen 17,5 und 26 °C und mit Kunstködern gefangen. Die Fische wurden abwechselnd zwei verschiedenen Handling-Methoden unterzogen. Die erste Methode ist bei spezialisierten Muskie-Anglern gängige Praxis und bestand aus dem schnellen Drill mit schwerem Gerät, dem Landen mit knotenlosen Keschern, dem Abhaken unter Wasser (falls Hakenlösezeit 2 Minuten überschritt, wurden die Haken am Schenkel abgetrennt) und dem maximalen Luftkontakt von 90 Sekunden (für das Fotografieren). Die zweite Handling-Methode unterschied sich von der Ersten insofern, dass Haken sofort am Schenkel abgetrennt wurden und dass die Fische keinerlei Luftexposition ausgesetzt waren. Für die Ermittlung der Sterblichkeitsrate nach dem Zurücksetzten wurden 30 der 77 Muskies (je N=15 für die zwei verschiedenen Treatments) mit Radio-Telemetrie Sendern versehen und bis zu 5 Monate verfolgt.

2. Ergebnisse

Keiner der mit Sendern versehenen Muskies ist gestorben, was einer Sterblichkeit von 0 % entspricht. Es gab 7 Wiederfänge der zuvor geangelten und mit Sendern versehenen Muskies.

3. Studiengüte 

Hoch für Sterblichkeitsrate

Begründung: 

Positiv: Realistisches Angelszenario mit spezialisierten Muskie-Anglern, Langzeitüberwachung der gefangenen und zurückgesetzten Fische mit Radio-Telemetrie, Vergleich zweier Handling-Methoden, größeres Temperaturspektrum abgedeckt.
Negativ: Geringe Stichprobenumfänge bei den gefangenen Fischen und den Handling-Methoden, was die Aussagekraft verringert; Keine Angabe von Hakposition oder dem Auftreten von Blutungen (Verletzungen).

Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse: 

Mittel

Gilt nur für das sehr schonende und schnelle Handling durch hochspezialisierte Muskie-Angler mit höchstwahrscheinlich vielen Jahren Erfahrung im Angeln und Handling von großen Muskies, nicht aber für weniger erfahrene Angler. Gilt auch nicht für Temperaturen oberhalb von 26°C, die aber für Muskies kritisch sind in Bezug auf Haksterblichkeit.

4. Waidgerecht-Empfehlung

Beim Angeln auf große Hechtartige Fische ist es ratsam, ausreichend starkes Gerät zu verwenden, um die Fische schnell landen zu können. Das Anlanden sollte mit großen, knotenlosen Keschern erfolgen und die Haken schnell und Unterwasser gelöst werden oder im Zweifel mithilfe von Seitenschneidern am Schenkel abgetrennt werden. Der Luftkontakt sollte nicht länger als 90 Sekunden betragen.  

Belastbarkeit der Empfehlung

Hoch

Da in der Studie keinerlei Sterblichkeit aufgetreten ist, kann die Empfehlung als belastbar angesehen werden.

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