Dauerkonflikt zwischen der Berufs- und Angelfischerei am Beispiel des Barschangelns

Populärwissenschaftlicher Artikel

Angler sind auch nur Menschen. Und was liegt da näher,als bei unzureichenden Fängen, Dritten oder externen Faktoren die Schuld zugeben? Je nach Situation und Anglertyp findet sich in schöner Regelmäßigkeit einer der folgenden Schuldigen: Wetter, falscher Köder, falscher Platz, Kormoran, Goldzahnkormoran, Landwirtschaft und ihre zerstörerische Wirkung auf Fische, Wasserkraft, Angler aus anderen Hemisphären und so weiter. In Gebieten, in denen Angler und Berufsfischer zusammen den Flossenträgern nachstellen, ist der Schuldige besonders schnell gefunden: Der böse Berufsfischer, der mit seinen hocheffizienten Geräten die Gewässer leer fischt. „Nüschte mehr drin, vergiss es! Lass die Ruten im Keller! Vor der Wende war alles besser!“ Der Fingerzeig auf den Fischer ist für viele derart überzeugend, dass entsprechende Anklagen auch strategisch eingesetzt werden, um angelnde Konkurrenten von bestimmten, ziemlich fangreichen Gewässern abzuhalten.

Arlinghaus, R. (2017). Dauerkonflikt zwischen der Berufs- und Angelfischerei am Beispiel des Barschangelns. Rute & Rolle, 10/2017, 46-49


Veröffentlicht: 2017
Erschienen in: Rute & Rolle, 10/2017, 46-49