Erste Flachwasserzone in der Donner Kiesgrube geschaffen

Baggersee

Vier Tage lang rollten in Mehlbergen im Landkreis Nienburg an der Weser Raupe und Bagger bis am 11.01.2018 die erste Flachwasserzone im BAGGERSEE-Projekt errichtet worden ist. Diese Umsetzungsmaßnahme zur Uferaufwertung der Donner Kiesgrube 3 führte der Angler-Verein Nienburg-Weser e.V. gemeinsam mit dem Biologen Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen e.V. (AVN) durch.

An vielen Baggerseen fällt das Ufer sehr steil ab, so dass dort kaum Wasserpflanzen wachsen, die Fischen, Amphibien oder Libellenlarven Schutz und Möglichkeiten zur Eiablage bieten. Durch bauliche Maßnahmen können steile Ufer in flachauslaufende Zonen gewandelt werden. Dafür wird entweder Sand/Lehm aus dem Uferbereich abgetragen, so dass dieser flacher verläuft oder es wird Sand/Kies eingetragen. Flachauslaufende Uferzonen ermöglichen dann das gewünschte Wachstum verschiedener Pflanzenarten und bieten damit einen neuen Lebensraum für Wasserlebewesen. Die Donner Kiesgrube 3 in Mehlbergen ist einer von vier Projektseen in denen eine große Flachwasserzone ausgehoben wurde.

 

Förderung der Artenvielfalt und des fischereilichen Werts

„Ich freue mich sehr, dass wir als Nienburger Verein das Projekt durchführen. Es ist ein Projekt mit Anglern für Angler“, berichtet der 1. Vorsitzende des Anglervereins Hartmut Grulke. „Für uns ist Naturschutz kein leeres Wort. An diesem Projekt gefällt uns ganz besonders, dass Naturschutz nicht nur an der Wasseroberfläche stattfindet, sondern auch darunter!“ Davon werden dann auch die Angler profitieren, wenn der ästhetische und der fischereiliche Wert des Gewässers verbessert wird.

Das neu geschaffene Flachwasserareal ist etwa 400 Quadratmeter groß und hat eine durchschnittliche Wassertiefe von einem Meter. Für den Bau mussten 1.500 Kubikmeter Erde bewegt werden. Die optimale Größe hatte Klefoth im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Diplom-Landespfleger Ralf Gerken ausgemessen, bevor bei den Behörden die Genehmigung zur Umsetzung der Maßnahme beantragt und das Baggerunternehmen beauftragt wurde.

 

Im Februar folgt ein Totholzeintrag in den See

Mit der gerade frisch geschaffenen Flachwasserzone ist die Maßnahmen-Umsetzung an der Donner Kiesgrube 3 jedoch noch nicht abgeschlossen: Im Februar wird Thomas Klefoth wiederkommen. Dann werden ehrenamtliche Helfer des Vereins gemeinsam mit ihm 30 Bündel Totholz in den See versenken. So viele Bündel sind notwendig, um auf 20 Prozent der gesamten Uferlinie Totholz in den See einzubringen. Das Verfahren ist bereits erprobt, denn insgesamt werden niedersachsenweit acht Baggerseen im Projekt bis Ende Februar mit Totholzbündeln ausgestattet. In drei Gewässern ist dies bereits abgeschlossen. Die Beschaffenheit der Holzbündel ist dabei immer gleich: Alle Bündel bestehen aus dünnen und dicken Baumkronenästen – hauptsächlich Buche. Sie bringen jeweils ein Gewicht von etwa 300 Kilogramm auf die Waage und bestehen aus gut 1,2 Kubikmetern Holz.


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