Hand in Hand für eine nachhaltige Angelfischerei: Ergebnisse und Empfehlungen aus fünf Jahren praxisorientierter Forschung zu Fischbesatz und seinen Alternativen

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Zusammenfassung: Die zehn wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen auf einen Blick

1. Angelfischerei und fachgerecht durchgeführter Fischbesatz vereinen Nutzungund Schutz von Fischen und Gewässern.

2. Fischbesatz ist das zentrale Hegeinstrument der deutschen Angelfischerei und wird dies nach Meinung von Entscheidungsträgern in den Angelvereinen auch künftig bleiben.

3. Organisierte Angler bevorzugen Fischbesatz gegenüber Hegealternativen. Dies führt in vielen Angelvereinen zu einer besatzbefürwortenden Grundstimmung, was zum Festhalten an Besatz als Routinehegemaßnahme beiträgt.

4. Besatz nicht natürlich reproduzierender Fischarten in zum Überleben geeigneten Gewässern ist fischereilich gesehen meistens erfolgreich, während der Besatz von Fischen in reproduzierenden Beständen häufig (unbemerkt) misslingt.

5. Erfolgreicher Besatz stellt unter bestimmten Bedingungen ein ökologisches Risiko für den Erhalt der heimischen biologischen Fischvielfalt dar. Zur Minimierung dieser Risiken sollte Besatz stets mit gesundem Satzfischmaterial durchgeführt werden, das dem jeweiligen Gewässer genetisch nahesteht.

6. In Besatzfragen agieren hierzulande die meisten Angelvereine eigenverantwortlich; eine erfolgreiche Kommunikation von Prinzipien einer guten fachlichen Besatzpraxis muss daher lokal ansetzen.

7. Ausgewählte Wissensgrundlagen der guten fachlichen Besatzpraxis lassen sich über frontal vermittelte Fortbildungsseminare an Gewässerwarte und interessierte Angler vermitteln. Umweltpädagogisch besonders effektiv ist aberdie Verbindung von Theorie und Praxis im Rahmen gemeinsam durchgeführter Besatzexperimente.

8. Lernfähige Hege und Pflege, die jede durchgeführte Hegemaßnahme hinsichtlich ihrer Erfolge evaluiert, kann als Grundprinzip für die anglerische Hege und speziell für das Besatzmanagement empfohlen werden.

9. Einheitsangelfänge (Fänge pro gefischter Zeit) korrespondieren besser als alle sonstigen Maßzahlen mit der Größe der Fischbestände. Entsprechend sollten Einheitsfänge die traditionelle Fischbestandsstatistik, die auf der Gesamtzahl entnommener Fische basiert, ablösen.

10. Nur wenn die Reproduktion stark eingeschränkt ist oder sogar fehlt, ist Fischbesatz die Hegemethode der Wahl. In allen anderen Fällen ist eine Regulierung der Befischung oder die Revitalisierung der Lebensräume erfolgversprechender. Die Höhe der natürlichen Rekrutierung und die damit verbundene Besatznotwendigkeit sollte regelmäßig überprüft werden.

Arlinghaus, R., Cyrus, E.-M., Eschbach, E., Fujitani, M., Hühn, D., Johnston, F., Pagel, T., Riepe, C. (2015). Hand in Hand für eine nachhaltige Angelfischerei: Ergebnisse und Empfehlungen aus fünf Jahren praxisorientierter Forschung zu Fischbesatz und seinen Alternativen. Berichte des IGB Heft 28/2015, 204 pp.


Veröffentlicht: 2015
Erschienen in: Berichte des IGB Heft 28/2015, 204 pp.