Wanderungen der Boddenhechte

Ein Hauptanliegen der Markierungsstudie im BODDENHECHT Projekt ist es herauszufinden, ob und wenn ja wie die Hechte zwischen einzelnen Bodden und auch zwischen Bodden und Süßwasserzuflüssen wandern. Durch die Meldung von Fängen markierter und/oder besenderter Boddenhechte durch Angler und Fischer, ist es möglich, die Wanderstrecken der Fische nachzuverfolgen.

Hierbei unterscheiden wir zwischen den einfach markierten Hechten (ohne Peilsender), diese tragen eine oder manchmal auch zwei orange Fähnchenmarken neben der Rückenflosse, und den weiß markierten Hechten (ein oder zwei weiße Fähnchenmarken neben der Rückenflosse). Die „Weißen“ tragen entweder interne, von außen nicht sichtbare, Sender oder von außen deutlich sichtbare Rucksacksender. Die Wanderrouten der Hechte mit internem Sender können neben den Fangmeldungen durch Angler und Fischer zusätzlich über 140 Stationen mit Unterwassermikrofonen in den Bodden rekonstruiert werden, bei den orange markierten Hechten ohne Sender und den Hechten mit Rucksacksender ist dies nicht möglich. Hier sind wir Forscherinnen und Forscher ausschließlich auf Ihre Fangmeldung angewiesen.

Allen Fischern und Anglern, die bereits ihren Fang oder Fundhecht gemeldet haben, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt!

 

Eine Auswahl einiger weniger besonders langer Wanderstrecken, ebenso wie die Aktionsradien der mehrheitlich bislang eher stationären Hechte sowie einige Beispiele von besonderen Wanderverhalten finden Sie nachfolgend (durch Klick auf die Karten vergrößern sich diese).


Hinweis: Um den Missbrauch von bereits gemeldeten und zurückgesetzten Hechten zu verhindern, werden hier nur die Wanderungen von ausgewählten und bereits entnommenen Hechten gezeigt. Unabhängig davon werden allen Meldenden, sofern diese eine E-Mail-Adresse bei der Fangmeldung angeben, eine Übersichtskarte  mit den bisherigen Wiederfangorten und der daraus resultierenden Wanderung ihres persönlichen Fangs erstellt und zur persönlichen Nutzung zugesendet. Diese Karten sollten nicht veröffentlicht werden.


Wanderungen durch mehrere Bodden und Wanderrekorde

Bislang bildeten derart weite Wanderungen wie diese von Ummanz nach Barth mit 30 km (Luftlinie) Entfernung eine Ausnahme unter den zurückgemeldeten markierten Boddenhechten. Möglicherweise lag im Laichschongebiet zwischen Ummanz und Rügen ein Laichgebiet.

Auch dieser Hecht mit einer Wanderdistanz von ungefähr 17 km im Peenestrom gehört zu den eher mobilen Tieren. Meistens sind die Wanderstrecken kürzer als 10 km.

Dieser Hecht ist vom Wieker Bodden über den Breetzer und Breeger Bodden in den Großen Jasmunder Bodden gewandert und hat dabei knapp 12 km zurückgelegt, bevor er gefangen wurde. Auch dieser Hecht ist ein sehr mobiler Hecht, der insgesamt eher eine Ausnahme ist.


Eher stationäre Hechte mit geringem Wanderradius

Am häufigsten unter den bislang zurück gemeldeten Hechten sind eher geringere Wanderdistanzen mit einem engen Bewegungsradius wie folgende Beispiele mit ca. 1,8 km, 6,8 km und 0,2 km (v.l.n.r.) zeigen:

   

Der nachfolgende Hecht wurde im Zicker See gefangen, von den Forscherinnen und Forschern markiert und außerhalb der Bucht zurückgesetzt. Drei Monate später wurde der Hecht ca. 1,3 km entfernt erneut im Zicker See wiedergefangen.


Wanderungen durch Querverbauungen hindurch

In diesem Beispiel handelt es sich um eine Hecht-Wanderung von ca. 4,3 km aus dem Kleinen Jasmunder Bodden durch eine Schleuse in den Großen Jasmunder Bodden. Die Schleuse ist wasserstandsabhängig automatisch reguliert. Der Fang zeigt aber, dass eine Fischwanderung möglich ist.


Wanderungen aus (Zu-)Flüssen in die Bodden

Diese Karte zeigt die Wanderung eines Boddenhechts, der vermutlich zur Laichzeit in den Sehrowbach wanderte, dort von uns Wissenschaftler:innen markiert wurde und nach der Laichzeit wieder in den Bodden zurückkehrte. Zwischen Freilass- und Wiederfangpunkt liegen ca. 5,2 km.


Wanderungen innerhalb von (Zu-)Flüssen

Dieser Hecht in der Peene war selbst nach mehr als einem Jahr noch immer unweit seines Markierungsortes (4,3 km entfernt) anzutreffen. Dies spricht für einen stationären Fisch, der voraussichtlich keine Wanderungen in die Bodden unternahm.